Obligatorisch -
Competenz endlich auch auf das übrige bürgerlicheRecht ausgedehnt worden ist. Was die bisher gel-lenden gemeinrechtlichen Grundsätze über die O-enim Allgemeinen betrifft, so sind zunächst die Entsteh-imgsgründc hervorzuhebcn. Es sind dieses u. A. De-likte u. gewisse Handlungen, welche als unerlaubtebehandelt werden (z. Br außereheliche Geschlechts-gemeinschaft als Grund von Alimentation), dann ge-wisse rechtliche Lagen n. Vorgänge (Beschädigungen,Bereicherung aufÄosten cincsAnderen u.dgl.). Derwichtigste n. weitaus häufigste Entstehungsgrnnd derÖ. aber ist der Vertrag (s. Contract). Je nach ihrerwesentlichen Natur sind die O-en verschieden eingc-iheilt. So spricht man von Odii§atio simplsx, wennmir Ein Gegenstand zu leisten, vd. 0. alternativa,wenn von mehreren versprochenen Gegenständen nur, einer od. der andere zu leisten ist. Jede O. ist ferner
> entweder eine selbständige, für sich bestehende, vd.accessorische, welche erst einer anderen O. hinzu-tritt, z. B. eine Bürgschaft; weiter entweder eineeinseitige, wo nur eine Person zu leisten hat, od.eine zweiseitige, wo jeder Theil zu leisten hat u.mithinjcder Gläubiger u. Schuldner zugleich ist, z. B.beimKauf; endlich entweder eine theilbare od. un-theilbare,jenachdemtheilweiseErfllllnngresp.Zah-
! lliiigstattfindentännod.nicht. Wenn mehrere Gläubi-ger od. Schuldner bei einer O. Vorkommen, so ist dieseentweder eine 0. pro rata, d. h. jeder Gläubigerkann bloß seinen Anthcil fordern, jeder Schuldnerbraucht nur seinen Antheil zu leisten, od. eine 0. insvliäum (0. ooliäaria), d. h. jeder Gläubiger hatden Gegenstand der Leistung ganz zu fordern, oderjeder Schuldner ihn ganz zu leisten. Die sog. Cor-real-O. s. n. Oorrsus. Vgl. Unterholzner, Quel-lenmäßige Zusammenstellung der Lehre des Rom.Rechtes von den Schuldverhältnisscn, Berlin 1840,
2 Bde.; Hartmann, Die O-en, Erlang. 1875. 2)Die Thatsache, wodurch eine O. im obigen Sinnebegründet wird. 3) Die darüber ausgestellte Urkunde,z. B. der Schuldschein überhaupt, bes. aber der voneinem Staate über Staatsanlehen ausgestellte. Vgl.Staatspapiere. Bezold.»
Obligatorisch (v.Lat.),verpflichtend,verbindend.
Obligiren (v. Fr.), zum Danke verbinden; zuirgend einer Pflichtleistung anhalten.
' Odlkgo (ital.), die Verbindlichkeit, welche ein Kauf-i mann gegen einen anderen durch Vorschuß od. Wech-s sel-Giro hat. Daher O. stehen, Gewähr leisten;im O. sein, einem Anderen schulden; aus demO. lassen, statt der Verbindlichkeit eines Anderendie Anweisung auf einen dritten annehmen.
Oblique (lat.), 1) schies, seitwärts; 2) auf krum-men Wegen, verdächtig. Obliquität, 1) Schief-heit,schräge Richtung,soOdliguibas utori, Schiefheitder Gebärmutter; 2) Hinterlist. Obliquem (in derGrammatik), abhängig; daher Obliqua oratio u.Oasus obllquus.
I Obliteration (Med.), Verschluß; so O. der
Arterien, Verschluß derselben Lurch einen einge-i schwemmten Pfropf oder durch Druck von außen.
! Lbliteriren(v.Lat.),1)ausstreichcn; 2) Vernich-
> ten,cassiren; 3)verschließen. DavonObliteration.
Oblongum (lat.), Rechteck.
Oblongus (lat.), 1) überhaupt länglich; 2) bedeu-tend länger als breit u. nach beiden Enden schmälerzulaufend.
Pierers Universal-Conversations-Lcritoii. ö. Aufl. LI 1
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Obloqniren (v. Lat.), widersprechen, einreden,cntgegcnreden; daher Obloquium (Oblocution), derWiderspruch, die Ein- od. Widerrede.
Obmann (Drittmann), ein Dritter, welchen zweiernannte Schiedsrichter, welche sich nicht vereinigenkönnen, wählen, daß dieser entscheide.
Oboe (ital.blodoo, franz.Hautbois), Blasinstru-ment, aus Buchs-, Eben- od. wildem Birnbaumholz,in Form einer 20 Zoll langen, vom Mundstück biszum Schallbecher von 0 , 2 g Zoll zu 0,^ Zoll erwei-terten Röhre; besteht gegenwärtig aus vier ineinan-der gezapften Stücken: Kopfstück, oberes und unteresMittelstiick u. Schallbccher (Stürze). An dem oberenMittclstück befinden sich vier Tonlöcher (linke Hand),an den: unteren drei n. besitzt das Instrument nochaußerdem 9—14 Klappen. Jntonirt wird es durchein Mundstück (Rohr), welches aus zwei Rohrblätt-chen besteht, welche mit stark gewichstem Zwirn ansein messingenes Röhrchen gegen einander fest auf-gebunden werden, so daß sie eine linsenförmige Öff-nung lassen. Beim Spielen wird das Rohr der O.in das obere Ende des Kopfstückes eingezapft u. miteingeklemmten Lippen etwas in den Mund genom-men. Der Umfang der O. erstreckt sich vom kleinenb bis zum dreigestricheneu k, wovon die Töne vonbis wg besonders schön klingen. Sie vermag die größ-ten technischen Schwierigkeiten sicher n. leicht zu be-wältigen, eignet sich aber wegen des schwer auszu-gleichenden KlangnnterschiedZ der verschiedenen Re-gister mehr für innige, gesangvolle Weisen u. anmu-thig bewegte, zierliche Figuren, als für weit umfas-sende Passagen, Sprünge. Die 0. ä'aruoro (0.luonAa, sranz. Hautbois ck'am«w) war eine etwasgrößere und mit einer engeren Stürze versehene O.von sanfterem u. lieblichem Tone. Vgl. Jos. Seltner,O-schule, Wien 1825; Garnier, Lletiroäs pour IsHautbois, Par. 1800. Siebenrock.
Oboja», Kreisstadt im russ. Gouv. Kursk, ander Pßla; viele Fabriken, Wollsortirungs- n. Wasch-anstalten, Handel mit Getreide, Hansöl, Borsten,Wachs, Vieh; 6150 Ew.
Obok, kleiner Hafenort am Eingänge der Ta-dschurra-Bai, dem westlichsten Ausläufer des Golfesvon Aden (nordöstl. Afrika), gegenüber den britischenMuschasch-Jnseln; 1862 von den Franzosen einemHäuptlinge der Danakil für 50,000 Frs. abgekauft,aber wieder aufgegeben.
Oüölos (gr. Ant.), 1) Gewicht ^ Drachme;als Medicinalgewicht, ehemals ein halber Scrupelod. 10 Gran; Zeichen: co; 2) MünzeDrachme—12,zs Pfennig deutscheReichsw. Einen O. legtendie Alten den Gestorbenen als Fährgeld für Charonin den Mund. Sprichwörtlich ward O. gebraucht wiebei uns Pfennig, Heller für Scherslein.
Obornik (Obernik), 1) Kreis in: preuß. Regbez.Posen,vonderWartheu. Welna durchflossen; 1094^Hjüm (19,sn (DM) mit (1875) 47,305 Einw. 2)Kreisstadt darin, an der Mündung der Welna in dieWarthe; Waarendcpot, Kaltwasserheilanstalt, Zie-gelbrennerei; 1875: 2396 Ew. Hier 5. Mai 1848Gefecht zwischen den Preußen u. den polnischen In-surgenten, in dem letztere geschlagen wurden.
Obotriten, s. Wenden.
Obovatus (Bot.), verkehrt eiförmig.
Obrcnowitsch, serb.Fürstenfanlilie, abstaminendvon Teso (Tescho) zu Dobringe u. der Wittwe desl. Baud. 41