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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Oberdeck -

Oberdeck, s. u. Deck.

Obcrdcichäraf(OberdeichgrLfe),der höchste Auf-seher in den Wasserbauten eines Staates, welchezum Theil die Entwässerungen, theilsdieZuwässer-ungen, theils Lei, uöthigen Schutz gegen Sturm-fluthen betreffen. Oberdeichamt, die ebendes-halb angestcllte Behörde; Oberdeichrichter, derRichter, der über dieJnstizfragen eines solchenVer-waltungszweiges zu entscheiden hat.

Ober-Deutschland, im Gegensatz zu Nieder-Deutschland die deutschen Länder in den Flußgebietendes oberen Rheins, der Donau, desNcckars u. auchdes linken Mainufers, also Württemberg, Baden,Elsaß-Lothringen, Bayern u. Österreich.

Oberdorf, Marktflecken und Hauptort in dem507,^ Hskm (9,2- IHM) Mit (1875) 19,569 Ew.umfassenden, gleichnam. Bezirksamt des bayerischenRegbez. Schwaben und Neubnrg, an der Wertach,Station der Bayer. Staatsbahnen; Bergschloß mitKirche (Ruhestätte des letzten Kurfürsten ClemensWenzeslaus von Trier), Präparandenschule, Holz-waaren- u. Leinwandsabrikation, Holz- n. Torfhan-del; 1875: 1272 Ew.

Oberehnheim (Ehnheim, Enheim), Stadt imKreise Erstem des Regbez. Unter-Elsaß (Elsaß-Lo-thringen), an der Ehn, Eisenbahnstation; ein alter,schlecht gebauter Ort; Fabrikation von Baumwollen-waaren,Seife, Kerzen,Teppichen, Kupferwaarenrc.,Gerberei, Bleicherei, Ziegelbrennerei, Steinbrnche,Sagemühlen,Weinbau; 1875: 4691 Ew. O. ist Ge-burtsortdes Satirikers Thomas Murner. O., dasschon durchKaiserFriedrichll-FreieReichsstadtwurde,vertheidigte sich 1444 tapfer gegen die Armagnaken;1598 vertrieb es die Protestanten. H- Berns.

Oücr-Ersatz-Commission, s. Ersatzwesen.

Oberer See (I-aks Lupsrior), der größte undwestlichst gelegene der fünf Canadischen Seen, zu-gleich der größte Landsee Amerikas und nächst demKaspischen Meer der Erde überhaupt, liegt zwischenCanada, Michigan, Wisconsin ».Minnesota, 191mü. d. M., ist 80,457 djkm (1461 HW) groß undbis 169 Faden (308,, m) tief. Häufige Nebel undStürme gefährden die Schifffahrt. SeitderSee mitdem Eisenbahnnetz NAmerikas inVerbindung gesetztist, und als östlicher Ausgangspunkt der NorthernPacificbahn (Dulnth), hat der Verkehr aus dem Seewesentlich gewonnen. Eine noch bedeutendere Ver-mehrung des Verkehrs hat aber der See durch denan seinem südlichen User immer großartiger sich ge-staltendcnBergbau auf Eisenstein n. Kupfer erhalten.Dort ist auch die Halbinsel Keweenaw mittels eines4 m tiefen Kanals durchstochen. Die Eisensteinlager(Magnet- u.Notheiscnsteine von über 60°/») liefernnämlich über des gesammten Rohmaterials für dieEisen- und Stahlerzeugung der Union, während derKupferbcrgban fast 90 "/» ihrer Kupferproductionrepräsentier. Auch Silber kommt vor. Der See hatkristallklares Wasser und ist sehr reich an Fischen u.empfängt sein Wasser von zahlreichen Flüssen, vonLenen der St. Louis, iin äußersten Westen einmün-dend, der bedeutendste ist; durch den Marien Kanal^81. Llarz's 8trait) fließt er in den Huronsee ab.DieKüsten, namentlich die nördlichen, sind an vielenStellen steil u. felsig; die SOKüste gehört mit zu denmalerischsten Landschaften der Verein. Staaten; unterden zahlreichen Inseln sind Jsle Royale (zu den

Obcrgc.

Vereinigten Staaten gehörend) u. Michipicoton (zuCanada gehörend) die bedeutendsten. Schroot.

Osterfeuer, Zustand des Hohofens, in welchemdie Hitze sich zu sehr nach oben zieht. Läßt sich ander stark leuchtenden Gichtflamme bei ungeschlossenerGicht erkennen.

Oberfeuerwcrkcr, s. Feuerwerker.Obcrfeuerwerkerschulc,in Berlin, militärische

Anstalt zur technischen Ausbildung des preußischen !Feuerwerkspersonales.

Oberflüchenströmung, s. Flaschenpost». Meer. .

Oberflächenwasser, Las oft in dünner Schicht !auf weite Strecken hin das eigentliche Meerwasser !überfluthende leichtere Wasser wärmerer Meeres- ^strömungen oder daS ans den Flußmündungen sich !ergießende Flußwasscr, welches letztere namentlich >infolge der mitgeführten Senkstoffe rc. meistens cha- irakteristische Färbung hat.

Oberfrankcn, Regbez. im Königreich Bayern, !grenzt im N. an Sachsen-Koburg-Gotha, Sachsen- >Meiningen, Rcuß u. Königreich Sachsen, im O. an !Böhmen, im SO. an Oberpfalz u. Regensburg, im !S. an Mittelsranken und im W. an Unterfranken; >6999,is dsicm (127,^ HW) mit 1875: 554,935Ew. >

(auf 1 (Dkm 79,g, in ganz Bayern 66). Der Re-giernngsbez. ist gebirgig durch das Fichtelgebirgemit demOchsenkopf(1026m)u.Schneeberg(1016m)im O., durch den Frankcnwald im N. n. durch denFranken-Jura im S. Flüsse: Main, Rother undWeißer (mit Rodach, Jtz, Regnitz), Saale, Nab, (Eger u. a. Der Boden ist in den Thälcrn sehr frucht- !bar, das Klima mild, im Gebirge meist das entschie-dene Gegentheil. Von der Gesammtoberfläche sind setwa 34°/o mit Waldungen bedeckt, welche eine großeMenge Holz (auch zur Ausfuhr) liefern. Die Be-wohner (wovon 315,400 Protestanten) treiben Acker-bau (Getreide nicht hinreichend, Hülsenfrllchte, Ge-müse, Handelspflanzen), Öbstbau (bes. bei Bam-berg), etwas Weinbau, Viehzucht, Fischerei (auch ausPerlen in den Bächen Lausitz, Ölsnitz u. a.) u. Berg-bau auf Eisen, Kupfer, Steinkohlen u. Braunkohlen;außerdem beschäftigen sie sich noch mit der Gewinn-ung von Alaun, Vitriol, Antimon, Porzellanerde,Achat, Serpentin, Marmor, Schiefer u. Torf. Dienicht unbedeutende Industrie liefert Tuch, wollene n.baumwollene Maaren (Baumwollenspinnereien),Korb- und Holzwaaren, Eisen, Eisenwaaren, Glas,Porzellan, Töpfergeschirr, Bier, Marmorwaaren,chemische Products rc. Der Handel mit den Pro-ducts» der Landwirthschaft u. der Industrie ist eben-falls von Wichtigkeit. Der Regbez. ist jedoch imGanzen neben der Oberpfalz der ärmste in Bayern.DerselbewirdvonmehrerenLinienderBayer.StaatS-bahnen (zusammen etwa 380 km lang), sowie vonkurzen Strecken der Werrabahn (8 km) u. der Eisen-bahnlinie Leipzig-Hof (Sächs. Staatsbahnen, 9 kw)durchschnitten. Eintheilung in 3 unmittelbare Stadt-bezirke (Bayreuth, Bamberg u. Hof) u. 19 Bezirks-ämter. Hauptstadt ist Bayreuth. H- Berns.

Oberfreigräfe, früher der einem Freigerichtvorstehende Justizamtmann.

Obergährung, s. Gährung; obergähriges Bier,s. Bier S. 396.

Obcr-Garonne, Departement, s. Garonne 3).

Obcrge, Eilhar t von, mittelhochdeutscherEpiker, war ein Dienstmann Heinrichs des Löwen