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11 (1889) Die Reichstagssessionen von 1880 - 1881
Entstehung
Seite
207
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Die Pnrlnmciitnricr vc>» Bcruf.

besuchen u»d seinen strengen Dienst thnn soll nnd dem-selben Vorgesetzten wieder eine gewisse Anerkennung zollensoll, auf den er bis dahin von seinem kurilischen Sesselmit einer gewissen Geringschätzung herabgeblickt hat, vonder Höhe des Abgeordneten, so begreife ich, daß de»,wenn er an die Herrlichkeiten des vergangenen parla-mentarischen Lebens zurückdenkt, ein gewisses Heimwehbeschleicht und er wegen Ermüdung durch die parlamen-tarischen Arbeiten einen berechtigten Badeurlaub anstrebt.(Heiterkeit.) Aber dabei läuft ein solcher Abgeordneter,der mit dem Lande nicht die Fühlung hat, welche ge-meinsame Arbeit, gemeinsames Schaffen und Erwerbenmit den Wählern geben, auch sehr leicht Gefahr, jedeFühlung und jede Möglichkeit der richtigen Beurteilungder Interessen nnd der Wünsche des Kreises, der ihngewählt hat, zu verlieren. Es ist ja schwierig und lang-dauernd, bis der Wähler in seiner Provinz sich überdiesen Mangel vollständig klar wird, denn es gibt immersehr viele Mittel, ihn darüber zu einer unerwünschtenAnsicht nicht kommen zu lassen. Ich habe ja selbst früherWahlreden zu halten gehabt stenographiert werdensie in der Regel nicht und ich habe sehr oft dasGefühl gehabt, wenn der Wähler mich und meine ganzeThätigkeit vollständig kannte, würde er mich nicht wählen(Heiterkeit); ich habe aber von anderen das Gefühl, wenner mich kannte und wüßte, was ich erstrebe, so würdeer mich wählen. Also es ist nicht leicht, eine vollständigklare Ansicht über seine Vertreter zu gewiuuen. Aberich halte es im Interesse des Reiches für eine großeGefahr, wenn es dahin kommen sollte, daß die Mehrheitunter die Herrschaft derjenigen Abgeordneten fallen sollte,die eine andere, eine bürgerliche Beschäftigung eben nicht