Das Reich habe den Ehrenplatz! R>3
haiini eine vollkommen geeignetere sein zur Beratung.Daß der Reichstag und der Bundesrat im allgemeinenauf eine für sie unbequeme Zeit abgeschoben werdensollen, damit kann ich als Reichskanzler mich nicht ein-verstanden erklären, und schon diese Zurücksetzung desReichstages und des Bnndesrates würden mich zu einemGegner solcher Bestimmung machen, welche die ange-nehmere Sitzungszeit den Landtagen zuwiese. DasDeutsche Reich ist uns noch lange nicht, bei unse-rem angeborenen Partiknlarismus, nicht nurstaatlichein, sondern auch provinziellem und Nes-sortpartikularismus, noch lange nicht so in Fleischund Blut eingedrungen, daß wir nicht wohlthäten, es stets vor Aller Augen'auf den erstenPlatz zu schieben und ihm den Ehrenplatz zu las-sen, und ich werde, so lange ich irgend mitzureden habe,für den Reichstag oder den Bundesrat die günstigsteZeit, den Winter, nicht aufgeben, das heißt natürlich fürdie Regel — es kann ja notwendig werden, auch imSommer Reichstage und Landtage zu berufen, wir warenfrüher darin nicht verwöhnt, ich erinnere an die Jahre1848 bis 1852 und 1853, da haben wir im MonatJuni, Juli, August, ja das ganze Jahr hindurch hierund auch in Erfurt getagt, hier auch in den heißestenSommertagen, wo Berlin von allen denen, die nicht hierbleiben müssen, sorgfältig gemieden wird. Da bitte ichnun also die Herren, deren Interesse sich mehr den Land-tagen als dem Reichstage zuwendet, ihr Wohlwollen fürjene nicht so weit zu treiben, daß die Landtage im Ja-nuar und Februar in der Stadt bleiben wollen, undnachher die Sommerzeit für den Reichstag resp. für denBnndesrat übrig bleibt. Wann müßten denn die Mit-