Fürst Bismarck und Herr Delbrück. 25
wir haben, ihre Meinung in diesem Blatte ausdrücken.Wenn das nicht der Fall ist, wenn das nur Bruchteilesind, nur einzelne leidenschaftliche Charaktere, die viel-leicht mit dem, was sie schreiben, nicht mehr die volleBedeutung dessen, was die andern herauslesen, verbinden,so wäre es wünschenswert, daß die Fraktionen im Interessedes allgemeinen Friedens die Fiktion zerstörten, als ob einOrgan dieser Art jeden Tag in der Kriegstrompete, in derAufregung, in der Verbreitung von düsterer Unruhe undBefürchtung die Meinung einer großen, achtbaren Parteiausdrückte. Ich habe ja in diesen Sachen im Hause undaußer dem Hause erleben müssen, daß ein großer Teilder Angriffe, die der Sache gelten sollen, sich gegen meinePerson zuspitzen. Es ist nicht mehr, wie vor kurzem nochauf seiten andrer Parteien das Forschen in meinemPrivatleben nach einem Stück schmutziger Wüsche, dasman auftreiben könnte und nicht findet, eine Neigung,die sich bis in die richterlichen Kreise verbreitet hat, son-dern es ist das Bedürfnis, mich als einen dilettantischen,
wie sie sich ausdrücken, genialen-nun, ich verstehe
den Ausdruck, auf der Universität würde man wissen, wasdarauf folgt, wenn man einen genial nennt. (Heiterkeit.)
Aber, meine Herren, Sie sehen mich 25 Jahre —und ich erinnere dabei wieder daran, daß ich mit demHerrn Abgeordneten Delbrück 25 Jahre, ein Vierteljahr-hundert lang an der Vorbereitung und dem Aufbau desDeutschen Reiches gearbeitet habe — es war im Jahre1852 zu Frankfurt, wo wir die ersten gemeinschaftlichenArbeiten hatten, so daß also eine Verstimmung, wie derHerr Abgeordnete Richter sie andeutete, auf meiner Seitewenigstens nicht denkbar ist — — also 25 Jahre undt7 Jahre als Minister sehen Sie mich nun vor der