Das Socialistengesetz und die parlamentarischen Parteien. 235
Erreichung des Zweckes, den wir erstreben, genügt esnicht, und wir werden in der Lage sein, bei dem näch-sten Zusammentritt schon Nachtragsvorlagen zu machen.Aber wir wollen — ich wenigstens bin jetzt von derVollkommenheit auch der Regierungsvorlage, von derThatsache, daß sie erschöpfend sei, nicht in dem Maßeüberzeugt, daß ich mir schon ganz sicher bin, ob diesesumfänglich gezimmerte Schiff in dem ganz neuen Fahr-wasser gleich richtig fahren wird; ich glaube, die Er-fahrung wird uns erst belehren, welche Maschinenteileuns versagen, und wir werden vielleicht genötigt sein,Ihnen wieder mit einer Vorlage zur Aufbesserungdessen näher zu treten, was Sie uns heute bewilligen— ich glaube, selbst dann, wenn Sie uns die ganzeRegierungsvorlage bewilligt hätten, aber ganz sicher,wenn Sie davon um ein Erhebliches abweichen. Esgibt gewisse Sätze in diesem Gesetz, die namentlich Be-zug haben auf eine Einschränkung der Freiheiten in derFreizügigkeit und in der Presse, die ich vorher als dieHauptmotoren der plötzlichen und furchtbaren Entwicke-lung andeutete, gewisse Bedingungen der Einschränkungendieser schädlichen Einwirkung, ohne die ich das Gesetzfür die Regierung überhaupt für unbrauchbar haltenwürde. Ich beschränke diesen Ausspruch aus dasMäßigste und Unentbehrlichste. Mein Bestreben geht überdieses Gesetz und diese Vorlage hinaus dahin, womöglichans den drei Fraktionen, die überhaupt an den staat-lichen Zwecken der Regierung in befreundeter WeiseMitarbeiten und aus der Negierung zusammen eine festesich gegenseitig in allen Teilen vertrauende Phalanx zubilden, die imstande ist, allen Stürmen, denen unserReich ausgesetzt ist, wirksamen Widerstand entgegenzusetzen.