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9 (1889) Verwaltungsreorganisation, Orientfrage, Socialistengesetz : 1877 - 1878
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Das Socialistengesetz von 1878.

dieses Hohnes gerettet wird, fanden sie ganz außerordent-lich entwickelt — kurz und gut, sie erkannten hier dasLand, von dem sie sagten: lasset uns Hütten bauen.

Der Deutsche hat an und für sich einestarke Neigung zur Unzufriedenheit. Ich weißnicht, wer von uns einen zufriedenen Landsmann kennt.(Heiterkeit.) Ich kenne sehr viele Franzosen, die voll-ständig mit ihreni Geschick, mit ihren Erlebnissen zufrie-den sind. Wenn sie ein Handwerk ergreifen, so stellensie sich die Aufgabe, durch dasselbe, wenn's möglich ist,vielleicht bis zum 45., 50. Jahre eine gewisse Vermögens-quote zu erreichen; haben sie dieselbe, so ist ihr ganzerEhrgeiz, sich als Rentier bis zu ihren: Lebensende zurück-zuziehen. Vergleichen Sie damit den Deutschen; dessenEhrgeiz ist von Hause aus nicht auf eine nach dem 50.Jahre zu genießende mäßige Rente gerichtet, — seinEhrgeiz ist schrankenlos. Der Bäcker, der sich etabliert,will nicht etwa der wohlhabendste Bäcker in seinem Ortwerden, nein, er will Hausbesitzer, Rentier, er will nachseinem größeren Berliner Ideal schließlich Bankier, Mil-lionär werden. ./-Sein Ehrgeiz hat keine Grenze. Es istdas eine Eigenschaft, die ihre sehr guten Seiten hat, esist die deutsche Strebsamkeit, sie steckt sich ihr Ziel nie-mals zu kurz — aber sie hat auch für die Zufriedenheitim Staat ihr sehr Bedenkliches, namentlich in den un-tern Beamtenklassen. Wo ist der Beamte, der in derErziehung seiner Kinder nicht eine Stufe höher hinaufsteigen will, als er sie selbst gehabt hat? Und die Fol-gen dieser Unzufriedenheit sind, daß ein großer Teilunsrer Subalternbeamten von der socialistischen Krankheitangesteckt ist.

Nun, wie bestätigte sich die deutsche Erwartung der