Druckschrift 
9 (1889) Verwaltungsreorganisation, Orientfrage, Socialistengesetz : 1877 - 1878
Entstehung
Seite
171
Einzelbild herunterladen
 

Der Sitz des Stellvertreters für Elsaß-Lothringen. 171

fortsetzen könnte oder nicht. Ich würde daher dankbarsein, wenn diejenigen, die überhaupt etwas zustandebringen wollen, den einzelnen Wendungen, die ihnen nichtgefallen, nicht so sehr scharf ins Gesicht sehen, sonderndie Vorlage eingebrachtermaßen annehmen. (Bravo!)

18. Der Sil) des Stellvertreters für Elsaß-Lothringen.

8. März 1878.

Der elsässische Abgeordnete Sch ne eg ans beantragte zu ts 2des Stellvertretungsgesstzes den Zusatz: „Der Stellvertreter desReichskanzlers für Elsaß-Lothringen hat seinen Amtssitz in Straß-burg." Der Antragsteller berief sich dafür auf die Sympathiendes Hauses und auf die Schwierigkeit, die Reichslande von Berlinaus zu regieren. Der Reichskanzler nahm das Wort:

Der Herr Vorredner hat vollkommen recht, wenner annimmt, daß die Sympathien nicht nur des Hauses,sondern auch der verbündeten Regierungen dem von ihmbefürworteten Streben der Elsaß-Lothringer, zu einerselbständigen Regierung im eignen Lande zu gelangen,zur Seite stehen, und wenn ich das hohe Haus gleich-wohl bitte, das Amendement an dieser Stelle nicht an-zunehmen und nicht den Versuch zu machen, diese hete-rogene Frage hier bei dieser Gelegenheit zu erledigen,so geschieht es keineswegs aus Abneigung gegen dieTendenz, die sich in dem Amendement ausspricht, son-dern nur aus dem Grunde, weil sich eine Frage vondieser Tragweite nicht so nebenher erledigen läßt. (Sehrrichtig!) Nach dem, was ich neulich über diese Sachegesagt habe, behalte ich das Streben im Auge, von demBande loszukommen, welches den Reichskanzler und das