Fürst Bismarck und Graf Andrassp. 79
ihm die Wahrheit antworte, und ich habe die Ueber-zeugung, daß er nur die Wahrheit über Oesterreichs Ab-sichten sagt. (Bravo!)
Ein solches Verhältnis ist ein sehr günstiges, wennman sich gegenüber einen Minister hat, bei dein manvon der Wahrheit dessen, was er auf sein Wort ver-sichert, vollständig überzeugt ist. In der angenehmenLage befinden wir uns mit Oesterreich. In früherenZeiten, die dem Herrn Vorredner gefallen mögen, wares anders; da habe ich mir gegenüber im Bunde öster-reichische Kollegen gehabt, denen habe ich gesagt: es istmir gleichgültig, ob Sie reden, oder ob derWind durch den Schornstein geht, ich glaube keinWort von dem, was Sie sagen. (Heiterkeit.)
Der Graf Andrassi) glaubt mir und ichglaube ihm, was er mir sagt, und wir brauchen zudiesem Verhältnis die Vermittelung des Herrn Vorred-ners am allerwenigsten, er würde es nur verderbenkönnen! (Bravo!)
ich Der D»nd der Polen und Sorialdemokraten.
19. Februar 1878.
Im Verlauf der Diskussion über die Orientinterpellation gabder polnische Abgeordnete v. Komierowski dem Wunsche Aus-druck, daß man auf dem europäischen Kongresse auch dem Gedankender Wiedergeburt eines polnischen Staates näher treten möchte,und der Socialdemokrat Liebknecht rief unter dem Beifalls derpolnischen Fraktion: „Wenn der Sahzustitia üiiulainsntuin rsp^-nornin zur Geltung kommt, dann wird man auch für die Wieder-herstellung Polens eintreten müssen," Der Reichskanzler er-widerte hierauf: