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Die Neichstagssession von 1878.
daß diese Interpellation nicht ohne vorherige Genehmigung einge-bracht worden ist. Namens aller meiner Freunde kann ich die posi-tive Versicherung geben, daß uns nichts erfreulicher gewesen ist alsdie Erhaltung des Friedens, wir wünschen ebenfalls dringend, daßder europäische Friede erhalten bleibe, und daß das Band, welchesuns mit den übrigen europäischen Staaten umschlingt, nicht ge-lockert werde. ... Ich lengne nicht, daß meine Empfindung nichtangenehm berührt wurde, als wir von dem Herrn Reichskanzlerhörten, wir würden wohl aus den Mitteilungen an das englischeParlament die Lage der Dinge, wie sie jetzt sei, kennen oder dochaus öffentlichen Blättern darüber unterrichtet sein. Nach meinemunmaßgeblichen Dafürhalten muß eine Versammlung, wie der deutscheReichstag es ist, seine Informationen über Gegenstände, die aner-kanntermaßen zu seiner Kompetenz gehören, nicht aus den Zeitungenund auch nicht aus den Verhandlungen andrer Parlamente ent-nehmen. Der Reichstag muß seine Information vielmehr aus denMitteilungen der eignen Reichsregierung entnehmen. . . . Vielleichtkönnte man auch die Frage erörtern, ob nicht die Autorität Deutsch-lands groß genug gewesen wäre, überhaupt den Ausbruch desKrieges zu verhindern. . . . Der Herr Reichskanzler sagt, die Dar-danellen seien von Wichtigkeit besonders im Kriege, es komme aberdoch besonders darauf an, wer den Schlüssel dazu hat, und so langeeine Veränderung in der Hand dieses Schlüsselhalters nicht in Fragestehe, sei eigentlich das Interesse an der Dardanellenfrage schwachfür uns. Ich erlaube mir zu sagen, daß der Besitz von Konstanti-nopel und der Besitz des Dardanellenschlosses die Vorbedingungfür die Herrschaft der Welt sind." Der Redner schloß mit denWorten: „Möge es der Gewandtheit des Herrn Reichskanzlers ge-lingen, den allgemeinen Frieden aufrecht zu erhalten, aber auchdafür zu sorgen, daß das germanische Interesse in dieser ganzenVerhandlung nicht zu kurz komme. Dieses germanische Interesseaber drückt sich aus in dem Interesse Oesterreichs." Alsbald erhobsich der Reichskanzler:
Ich muß gestehen, daß, wenn die Meinung des Reichs-tages nur durch das Organ des Herrn Vorredners unter-breitet würde, ich dieser Stimme doch mit großer Vor-sicht folgen würde (Heiterkeit), mit weniger Hingebung