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9 (1889) Verwaltungsreorganisation, Orientfrage, Socialistengesetz : 1877 - 1878
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Deutschlands Verhältnis zu Rußland und Oesterreich. 69

allen diesen Stimmen und Zumutungen eine offene Ab-sage zu erklären, daß ich mich darauf unterkeinen Umständen ein lassen würde, und daßkeine Regierung, keine der am meisten interessierten,uns eine derartige Zumutung gestellt hat. Deutsch-land ist, wie der Herr Vorredner bemerkte, durch seineErstarkung auch zu neuen Verpflichtungen herangewachsen.Aber wenn wir eine große Anzahl Bewaffneter in dieWagschale der europäischen Politik werfen können, so halteich doch niemand dazu berechtigt, der Nation und demKaiser, den Fürsten, die im Bundesrat zu beschließenhaben, wenn wir Angriffskriege führen wollten, den Ratzum Appell an die erprobte Bereitwilligkeit der Nationzur Hingabe von Blut und Vermögen für einen Kriegzu erteilen. Nur für den Schutz unsrer Unab-hängigkeit nach außen, unsrer Einigkeit unteruns und für diejenigen Interessen, die so klarsind, daß, wenn wir für sie eintreten, nichtbloß das einstimmige notwendige Votum desBundesrats, sondern auch die volle Ueberzeu-gung, die volle Begeisterung der deutschen Na-tion uns trägt, — nur einen solchen Kriegbin ich bereit dem Kaiser anzuraten! (An-dauerndes, lebhaftes Bravo!)

2. Deutschlands RerlMtuis zu Rußland und Oesterreich.

19. Februar 1878.

Nach der vorstehenden Rede nahm zunächst der Abg. vr. Hänelals Mitinterpellant, sodann der Abg. Windt Horst das Wort.Die Ausführungen des letzteren, soweit sie hier in Betracht kom-men, laufen etwa auf folgendes hinaus: „Ich bin der Meinung,