Die Kollegialität im Ministerium.
tretung des Kanzlers im Reich neben einer Vertretungdes Ministerpräsidenten, ohne die Einrichtung, die mirheute bei Ihnen befürworten. Ganz leicht ist die ge-eignete Persönlichkeit für diese Stellung auch uicht aus-zumitteln. Dann, was den zweiten Fall mit der Ueber-tragung der Forsten und Domänen betrifft, so gesteheich da ganz offen, daß ich bei der mir bekannten Ab-neigung meines Kollegen, des früheren Finanzministers,gegen diese Abtrennung, so lange er Minister war, undbei dem hohen Wert, den ich darauf legte, mit ihm zu-sammen zu arbeiten, den Versuch nicht erneuert habe, ihmgegenüber diese Sache einzubringeu. Ich hätte ihn da-durch einfach veranlaßt, seine frühere Weigerung zu wieder-holen, oder, wenn ich meinerseits darauf bestand, dieSache zu einer Krisis zwischen uns zu bringen, die ichnicht suchte, indem ich, wie ich neulich schon sagte, hohenWert darauf legte, mit einem so erfahrenen Kollegen vondieser Bedeutung in seinem Fach weiter zu arbeiten, solange uns sachliche Motive nicht trennten. Ich mußdabei einen Rückblick auf die Aeußerungen werfen, die derAbgeordnete Virchow in der vorigen Sitzung über unserkollegialisches Verhalten gethan hat, als wennunter uns eine gewisse Unverträglichkeit undFeindseligkeit herrsche lind als wenn ich nament-lich dahin wirkte, einen meiner Kollegen nach dem an-dern abzuwirtschasten, und wenn das geschehen sei, ihnendann noch mit einem gewissen Hohn nachzureden. Dasist durchaus nicht der Fall gewesen, es ist das eine voll-ständig unrichtige Auffassung und ich habe eben ange-führt, welchen hohen Wert ich auf das Verbleiben desMinisters Camphausen gelegt habe, und wie ich nament-lich meine Ueberzengnng, von der ich wußte, daß er sie