32 Die Neuorganisation des preuß. Ministeriums t877—78.
Nun, der Herr Abgeordnete sollte es mir am we-nigsten vorwerfen, wenn ich mich daran gewöhnt habe,seinen Einfluß zu überschätzen (Heiterkeit), und nicht vor-gesehen habe, daß er gerade in diesem Falle nicht durch-schlagend gewesen ist.
Ich bin in der Ueberzeugung hierher gekommen, daßdie Sitzungen des Reichstages durch die Laudtags-sitzungeu nicht unterbrochen werden würden, sondern daßdieselbe Rücksicht, welche den Landtag veranlaßte, seineSitzungen bei Anfang derer des Reichstages zu schließenauf die Gefahr hin, wesentliche Gesetze nicht zustandekommen zu lassen, ihn auch abhalten würde, während derSitzungen des Reichstages die seinigen eintreten zu lassen.Wenn vielleicht nicht alle meine Kollegen derselben Mei-nung gewesen sind, so hat darüber ein Aussprechen zwi-schen uns und mir gegenüber nicht stattgefunden, unddie Meinungsverschiedenheiten erklären sich sehr leicht da-durch, daß ich allein derjenige bin, der die Interessendes Reiches zu vertreten hat. Ich würde, wenn ichausdrücklich gefragt worden wäre, als Reichskanzler niedem Gedanken zugestimmt haben, daß gerade Preußendas Beispiel geben soll, Landtagssitzungen während derNeichstagssession abzuhalten. Ich bin, und ich weiß nicht,aus welchen Gründen, damals nicht gefragt worden. DieFrage, die ich im Staatsministerium gestellt habe, istvon dem Herrn Abgeordneten Lasker hervorgehoben wor-den, d. h. meine ueuliche Aeußerung darüber, um nach-zuweisen, daß doch irgend etwas Unklares, daß irgendwoder Wahrheit vielleicht zu nahe getreten sein müsse, —das muß ich nun auf das bestimmteste in Abrede stellen.Der Herr Abgeordnete sagte, es müsse also doch eine Ver-handlung im Ministerium darüber stattgefunden Huben. Es