Die Dringlichkeit der Eisenbahnfrags. 1 5
in Bezug auf die andern wäre, die Präsidialgeschäftenebenbei besorgt. Insofern halte ich auch die Bewilligungeines Stellvertreters für dringlich, wenn man nicht daraufrechnen kann, daß der zu Vertretende mit voller Sicher-heit den ganzen Geschäftsumfang ohne Unterbrechungwird besorgen können. . . . Die Herren verzeihen, wennich sitzend weiter spreche. (Der Redner setzt sich.)
Aber für besonders dringlich halte ich namentlichdie Eisenbahnseite der Vorlage, die wir Ihnenmachen, und in gewissem Maße auch gerade aus demGrunde, weil jetzt der Posten des Finanzministers un-besetzt ist. Auf die Frage der anderweiten Zulegung derForsten komme ich zurück, ich will mich zunächst mit derDringlichkeit der Eisenbahnfrage beschäftigen.
Die Vorlage, die uns heute beschäftigt, ist von mirzuerst vor 15 oder 16 Jahren im Jahre 1862 gemachtworden, und ich habe damals zuerst die Schwierigkeitkennen gelernt, die es hat, von einem Ministerium etwasabzutrennen; Zulegung der Geschäfte wollen sie alle, auchwenn sie überbürdet sind, — ich kann mir nicht andersdenken, als aus einem gewissen natürlichen berechtigtenEhrgeiz zu herrschen und den Rayon ihrer Herrschaftmöglichst weit auszudehnen; sie nehmen alle Restarts,keiner will was abgeben, und ich habe es erlebt, daßdaraus sofort Kabinettsfragen von den Kollegen gemachtwurden, zu einer Zeit im Jahre 1862, wo es schwer war,überhaupt einen Minister zu finden, der die Verantwort-lichkeit für unsre Lage übernehmen wollte; es wurde eineKabinettsfrage daraus gemacht, ja, es wurde noch etwasandres, es wurde an das Element der Gemütlichkeitappelliert, als wenn man in einer Corpsverbrüderunglebte: „wir wollen uns nicht trennen, sondern ein einig