360 Der preußische Landtag 1868—70.
8—11 Uhr vormittags auf einer bei der Stadt liegendenHütung statt, welche an der Südseite der Chaussee liegt,die von der Vorstadt St. Maurici nach einem benachbartenDorfe führt, ein Exerzierplatz, der von hohen Pappelnumgeben, und ziemlich abgelegen ist. Die dort abgehal-tenen Uebungen erregen daher wenig Aussehen. Auch sinddie Hannoveraner angewiesen, sich nicht auf der Chaussee,sondern auf einem Feldweg dorthin zu begeben.
Es sind den Leuten Aussichten gemacht, bald wiedersiegreich in ihr Vaterland zurückzukehren; fest versprochenist ihnen, daß ihnen das Traktament gezahlt werden würde,so lange sie ihrem König treu blieben.
Stimmung der Leute. Spricht man einzeln mitihnen, so gewinnt man die Ueberzeugung, daß sie denGlauben an die dereinstige Wiedereinsetzung ihres Königsverloren haben, daß sie gern in ihr Vaterland zurückkehrenmöchten, wenn sie nur gewiß wären, nicht bestraft zuwerden. Mit ihren Verwandten korrespondieren sie jetzthäufiger, werden auch von dort fortwährend gebeten, zurück-zukehren und eine verlorene Sache aufzugeben. Im Ver-kehr untereinander simulieren die Leute unbedingtes Ver-trauen in den schließlichen Sieg ihrer guten Sache; dennsie wagen nicht, einander ihre wahre Meinung zu sagen,aus Furcht, ihren Korporalen denunziert zu werden. Die-jenigen, welche geäußert haben, sie möchten lieber in ihreHeimat zurückkehren, sind sofort von den Korporalen derfranzösischen Polizei denunziert, und dann sogleich auf denSchub über die nächste Grenze expediert worden.
Sowie der Mann der französischen Polizei nämlichdenunziert und als ausgestoßen aus der Legion betrachtetwird, so fällt im Sinne der französischen Ortsarmen-aufsicht seine Nahrungsquelle fort; wenn er nicht soforteine Arbeit Nachweisen kann, so wird er ausgewiesen undüber die Grenze spediert. Es ist dies keine besondere