Der Beitrag, welchen der Unterricht an sich zur Heran-bildung selbständiger Charaktere zu liefern hat, wird demnachteilweise sehr spärlich ausfallen. Uni so mehr müssen wir daherans den zweiten Faktor selbständiger, fester und gediegenerCharaktere, d. h. auf die Angewöhnung und Erziehung zustrenger Gesetzlichkeit Wert legen und davon nicht dasgeringste Nachlassen. Was die Doktrin nicht leistet, müssen wirdurch die Disziplin zu ersetzen suchen. Der Knabe, wie derJüngling, muß streng erzogen werden, das ist unser Refrain.Ohne strenge Erziehung entsteht kein wahrer Alaun, kein festerCharakter. Thun wir darin das Unserige! Es besteht wesentlichin folgenden Stücken:
1) Wir selbst achten innerlich überall das Gesetz, das derVernunft, wie das des Staats und das der Schule und respektierendieselben äußerlich mit gewissenhafter, charakterfester Strenge.
Ein kleines Beispiel von dem nächsten: Ein Lehrer, welchernicht regelmäßig pünktlichst in der Schule erscheint, erzieht nichtzur Gesetz-, sondern zur Ungesetzlichkeit.
Nur dadurch, daß wir uns selbst die strengste Gesetzlichkeitanflegen, erhalten wir das Recht, sie schwächeren Kräften auf-zuerlegen; nur dadurch erhalten unsere Anweisungen den ge-hörigen Nachdruck.
2) Wir suchen diese Grundsätze strenger Gesetzlichkeit in daselterliche Haus zu verpflanzeu.
Zwar geschieht dieses, weuu die Schule mit jener vorgeht,schon von selbst, wir beherrschen zum Teil die Hausordnung,welche sich nach der Schulordnung zu richten hat; aber nur ver-mögen auch manches durch Verbreitung richtiger Grundsätze,welche, wenn nicht durch ihr eigenes Gewicht, doch durch dieBegründung, die wir ihnen, von Erfahrungen an bedeutendenMenschen, auf die wir Hinweisen, unterstützt, geben, das ResultatHervorbringen mögen, daß alle Schlaffheit, Weichlichkeit undSentimentalität aus den Wohnstuben verschwinden und die ver-hätschelnden, verweichlichenden, verderblichen Eigenschaften demmännlichen Ernste und der männlichen Kraft Platz machen.Mögen unsere blasierten Frauen und ästhetischen Leimsieder darob