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Neuerdings nun ist es unter uns mit dem Eintritt konstitu-tioneller Staatsverfassungen in einer Beziehung etwas besser ge-worden. Aber, so weit sich jetzt ersehen läßt, mehr dem Scheineals dem Wesen nach. Die Beamten des Staates sind abhängigergeworden, denn zuvor. Sonst betrachtete man sie wenigstensidealiter als die Vertreter des Volkes und seiner Interessen; jetztsind sie die Diener der Minister und von deren Richtung ab-hängig. Ei» großer Vorteil wäre indessen gewonnen, wennfortan auf strenge Gesetzlichkeit gesehen würde, wenn nichtsanderes herrschte als das Gesetz.
Dazu kommt die Loslösuug der Kirche von dem Staate unddes Staates von der Kirche. Dieses beschränkt die religiöseHeuchelei und die religiöse Gleichgültigkeit und begünstigt diefreie Entwickelung des Menschen und des Bürgers. Konsegueuter-weise müßte nun auch der kouseguent-konstitutiouelle Staat dieErziehung der künftigen Bürger von der Einwirkung der Kircheu-gesellschaften, welche nichts Konstitutionelles, sondern nur Abso-lutistisches in sich haben, ausschließen; aber so weit sind wir,wenigstens bei uns, nicht vorgerückt. Denn die religiöse Be-lehrung, d. h. die Belehrung und Überzeugung über die unsicht-baren Dinge, welche, wenn sie in dem Menschen wahr sein soll,jederzeit aus seiner übrigen Gesamtbildung hervorgehen muß,nicht isoliert für sich dastehen darf (daher auch von den Lehrernin andern Dingen, damit die Harmonie nicht fehle, erteilt werdenmuß), ist, nach wie vor, der Leitung und Überwachung derstaatlich anerkannten Kircheuparteien überantwortet. Eine An-leitung zum selbständigen Denken, ohne welches die Entstehungeines selbständigen Charakters selbst undenkbar ist, kann daherfortan wohl in allen übrigen Lehrgegenständeu, nur nicht in derReligion stattfiuden, und darum dürfen wir auch von der nachdiesem Prinzip eingerichteten künftigen Schule, besonders weilverlangt wird, daß aller Unterricht und alle Erziehung mit derspezifisch-religiös-kirchlichen in Harmonie gesetzt werden soll, nichtallzuviel erwarten. Unselbständigkeit in einem, namentlich in demdas innerste Leben und Denken bestimmenden Gegenstand, erzeugtAbhängigkeit, wenn nicht in allein, doch in der Hauptsache.