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Einem freien Menschen ist seine Vernunft Autorität, erunterwirft sich seiner Überzeugung; ein freier Bürger unterwirftsich dem Gesetze, er verschafft ihm Geltung; er macht den Staat,in dem er lebt, durch die Herrschaft der Gesetze zu einem starken.
Wie aber ist solches zu erwarten von einem in Willkürund Laune, in Weichlichkeit und Zuchtlosigkeit herangewachsene»Geschlecht?
Nimmermehr.
Je freier die Staatsformen, je inehr die Bürger sich selbstGesetze geben und regieren, desto strenger muß die Erziehung zurGesetzlichkeit sein. In Rußland kann man die Kinder in derUngebundenheit, wie das liebe Vieh, aufwachsen lassen; wenn sieals Bürger unartig sind, so giebt man ihnen die Knute; manbehandelt sie, herangewachsen, wie man unartige Kinder be-handelt oder behandeln sollte, damit man sie, erwachsen, alsselbständige, reife Menschen behandeln könnte. Eine Republikkann nicht bestehen ohne republikanische Eigenschaften und Tugen-den ihrer Bürger. Frage man sich daher, was man zu thu»hat, wenn man nach freien Institutionen strebt. Frage mansich, ob unsere Erziehungsweise dahin führt, dahin zielt.
Nein, man muß offen die Schande gewisser Pädagogen be-kennen und aufdecken! Kästner hat sie schon gegeißelt:
„Zu meiner Zeit reichte der Mann dem Kind die Hand —
Da streckte sich das Kind und wuchs zu ihm hinan.
Heut kauern hinab zum KindeleinDie pädagogischen Mnnnelein."
So ungefähr heißt das klassische Wort des ernsteil Mannes.Aber was hat es geholfen?
Die Zeit ist schlaff, das ganze Zeitalter ist erschlafft.
Von den Eltern ist keine Abhilfe zu erwarteil.
Aber die pädagogischen Behörden lind Männer sollten docheine bessere Einsicht haben!
Ist es nicht eine Schande, das zu erleben, was wir alleTage erleben?!
Kann mail nicht die Häuser nach Dutzenden zähleil, wo dieEltern als „Papachen ' und „Mamachen" behandelt werden, wo