Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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Jene dringen auf Selbstsehen »nd Selbstdenken, dieses aufNicht-sehen und doch Glauben", sogar auf Glauben trotz des Anders-sehens. In diesen Widerspruch fiel unser Leben, unser päda-gogisches Wirken. Was Wunder, daß wir von ihm ergriffenwerden!

Für den reifenden Mensche» giebt es kein Glück, keine innereBefriedigung ohne Harmonie, ohne Einheit, ohne Konsequenz.

Der reifende Lehrer wird daher auch nach Einheit in seinenErziehungsgrnndsätzen streben.

Er muß sich entscheiden und erklären, entweder für den Ab-solutismus, oder für den Liberalismus, oder für ein Mixtumvon beiden, bald so und bald so, inprofanen" Dingen liberal,inheiligen" absolutistisch, oder auch hier zur Hälfte ei» Freierund zur anderen Hälfte ein Knecht.

Der Mensch ist ein Mikrokosmos, ein Abbild des Makro-kosmos; die Weltgesetze sind identisch mit den Gesetzen desMenschenlebens. Die Gesetze im großen sind leichter zu ent-decken als die im kleinen; blicken wir daher einen Augenblickauf die Gesetze des Makrokosmos!

Bis zu Kopernikus, Galilei und Newton führteGott mit seiner Hand jeden Morgen die Sonne aus ihrer Kammerund lenkte sie wie ein Held an dem Zelte des Himmels, und inder Nacht steckte er daskleine Licht" an unddazu auch Sterne".Ebenso machte er unmittelbar den Regen, den Donner und denBlitz, Wassers- und Feuersnot, fruchtbare und unfruchtbareJahre u. s. w.

Da entdeckten die eben genannten und andere unsterblicheMänner die Gesetze des Weltalls. Welches war das Re-sultat ihrer Lehreil? Antwort: Die Welt wird nicht von außenangestoßen, bewegt und regiert; sondern sie bewegt, sieregiert sich selbst. Die Kräfte, die sie erhalten und lenken,liegen nicht außerhalb der Weltkörper, sondern in ihnen, sindnicht von außen in sie gelegt, so daß die Materie eure Existenzohne sie hätte, sondern gehören zu ihrem Wesen.

Was folgt daraus für den Mikrokosmos? Antwort:Der Mensch soll nicht äußeren Autoritäten gehorchen, sondern