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2 (1890)
Entstehung
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halten zu müssen; andere wollten sie dadurch zu dem Leben desLehrers in Entbehrung und Abstinenz vorbereiten; andere hieltendie klösterliche Zurückgezogenheit für den Mann, welcher derKirche diene und in ihrem Namen lind Aufträge fungiere, alleinfür angemessen; andere erachteten die Klausur der Entwickelungund Förderung eines gläubigen, frommen Sinnes für besondersangemessen; andere hatteil ihre Freude an einer Last von Vor-schriften und Gesetzen, die sie an die Hälse der Zöglinge hingen,und durch deren strenge Befolgung sie, wie sie sich anszudrückenbeliebten, den Geist der Demut in den Zöglingen begründenwollten u. s. w. Über diese Verirrungeil braucht der Stab nichtgebrochen zu werden, die Zeit hat ihn gebrochen; aber über dieletztere Bezweckung ist zu sagen, daß sie die traurigsten Folgenhatte. Man thue nur seine Augen auf! Statt der wahrenDemlit und Bescheidenheit, welche Zögling und Mann gleich sehrziert, bewirkte der sklavische, fortgesetzte Druck und der ganzeäußerlich-knechtische Geist einer Anstalt, daß sich die Zöglingejetzt und später die Lehrer jede Demütigung gefalleil ließen, daßsie nach nichts Höheren: trachteten als nach dem Wohlgefallenihrer Herreil und sich vor nichts so sehr schenkten, als vor kopf-schüttelndem Mißfallen derselben, eine Eigenschaft, mit welcherdie Kriecherei und Schmeichelei, diese Lehrerpest und die Krebs-krankheit aller Menschen-bildenden Kraft, sich sehr wohl vertrug,iil andern aber sich zugleich mit den: historisch gewordenen Un-getüm des Lehrerhochmuts und ihren: weltbekannten Pedantismusverschwisterte. Glaubei: Sie ja nicht, meine Herreil, daß dieseAusgeburteil vor den: Wehei: des neuen Geistes verschwunden,ihre Quellei: verstopft seien! Denken Sie darauf!

Vor denen, die mich kennen, brauche ich mich gegen denArgwohn, als wollte ich die Jugend oder gar die angehendenLehrer in ungebundener Zügellosigkeit aufwachsen lassen, nicht zuverteidigen. Ich liebe das Gesetz, versteht sich, das vernünftige;ich will die Ordnung und den Gehorsam. Ich kann mir wedereine eigentliche Jugend-, noch eine männliche Erziehung denkenohne Strenge. Ich kann nur auch keii: männliches Dasein denkenohne strenge Gewalt über sich selbst. Ich kann mir nicht denken,