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2 (1890)
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d. h. ihren Beauftragten. Die Volksschullehrer habenbereits geurteilt; soweit mir ihre Abstimninngen darüber bekanntgeworden sind, tragen sie auf Simultan-Seminare an. Gut Heil!

8. Geschlossene Anstalten Internate oder Erternatt?

Das ist ein zweiter Punkt oder Stein des Anstoßes, einKnoten oder Knuppen. Wie räumen wir ihn aus dem Wege?

Die Lehrer haben sich über den vorliegenden Gegenstand ge-waltig ereifert, in allen Provinzial-Lehrer-Konferenzen, in großenfreien Versammlungen in Breslau, Dresden, Hamburg, Kiel rc.Weg mit den: Kaserneulebeu, haben sie gerufen, weg mit demklösterlichen Zwange, mit der Abgeschiedenheit der Zöglinge vomLeben!

Aus solcher Übereinstimmung, aus solcher warmen Bean-tragung der Änderung erkennt man ohne Mühe, daß die Zög-linge aus den Anstalten ein erbittertes Gefühl mit davouge-tragen haben. Es ist ihnenim Schlosse zu enge geworden";sie haben gemeint, die Mauern des Klosters eindrücken zu müssen,sie haben sich nach der frischen, freien Gottesluft und Welthinaus gesehnt und den freien Vogel auf dem Baume beneidet;inan fühlt es heraus, so ist es ihnen zum Teil gewesen, es isteine Thatsache.

Es ist etwas Schreckliches um ein solches Gefühl, undnimmermehr kam: etwas Gutes daraus entspringen, an: aller-wenigsten wahre Menschen- und Lehrerbildung.

Also davoi: kann keine Rede sein, ob solcher Zwang, wieer von einzelnen despotische!: Schulmonarchen und Priester,: ge-übt worden ist, fernerhin noch geübt werden solle. Das hießein Frage stellen, ob wir die Fortdauer eines knechtischen, sklavi-schen Geistes, die Unterdrückung der natürlichsten Gefühle in dermenschlichen Brust, ob wir überhaupt freie Entwickelung undEntfaltung oder das Gegenteil wollten. Wir wissen auch sehrwohl, warum inan die Zöglinge solcher Behandlung oder viel-mehr Mißhandlung unterwarf. Schwächlinge konnten ans andereWeise die jungen Leute nicht regieren; andere glaubten, sie durchAbschließung von der Welt, von deren Lüsten und Sünden ab-