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2 (1890)
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ein- und vorgelebt werden; darum soll dieIngend, darumsollen die Lehrer der Jugend zusammen gebildetwerden.

Dieses sind meine Hauptgründe; auf weniger wichtige Ge-sichtspunkte lasse ich mich hier nicht ein. Man ist indessen gleichmit Einwürfen bei der Hand. Als wenn dieselben nicht schon,z. B. in Nassau, Rheinbapern und anderwärts, geschlichtet wären.

Wie aber, fragt inan, mit dem Religionsunterricht?

Wenn ich hoffen dürfte, daß meine Leser auf dem Stand-punkte ständen, aus welchem es sich für die Volksschule und alsoauch für deren Lehrer gar nicht mehr von konfessionellem Unter-richte handelt, so würde meine Antwort anders lauten, als sielautet. Entweder

a. lasset ihr den Religionsunterricht den Zöglingen der ver-schiedenen Konfessionen abgesondert erteilen und sie in getrenntenStunden durch verschiedene Lehrer zur Erteilung desselben an-weisen; oder, was das Bessere ist, weil es pädagogischer ist,

l). ihr überlasset jenes Lehrern der verschiedenen Kon-fessionen, dieses aber übergebet ihr demselben pädagogisch durch-gebildeten Manne, welcher weiß und zeigt, daß die wahre Reli-giosität des Herzens und Lebens nicht in den trennenden Unter-schieden, sondern in der Gemeinschaft in allgemein menschlichemWohlwollen und in Liebe besteht und den in der Volksschule zubehandelnden religiösen Stoff für das Gemüt jedes kindlichenHerzens fruchtbar zu machen versteht.

Auf Einwände wie die, daß dein religiöseil Jndifferentismnsdadurch Thür und Thor geöffnet werde; daß gerade dadurchunter deil Zöglingen religiöse Zwistigkeiten veranlaßt würden,daß es wohl selbst an Bekehrungsversuchen nicht fehlen möge;daß mail, um keinem einen Anstoß zu geben, bei der Veran-staltung irgend einer religiösen Andacht, sogar beimVaterunser" iil Verlegenheit geraten könne; auf diese und verwandteEinwürfe lasse ich mich nicht ein; ich hoffe zu Männern zu reden,welche über solche kleinlichen Dinge hinaus sind, solche kleinlichenSchwierigkeiten durch die Höhe ihrer Einsicht und die Richtungauf wahre Religiosität, die ihr Wesen nicht in Formen hat, be-

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