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2 (1890)
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litteratur und mit den großen litterarischen Geistern unsererNation bekannt macht. Der Aufschwung der neuen Zeit wirdhoffentlich diesem großen Mangel und Gebrechen gründlich abhelfen.

3. Die Dauer der Seminarbilduug.

Regel muß sein, Ordnung und Gesetz, aber keine Pedanterie.Als Regel gelte der dreijährige Kursus die Zurückführungdes dreijährigen, roo er glücklicherweise bestand, auf einen zwei-jährigen habe ich, unter den bisherigen Verhältnissen einer somangelhaften Vorbildung und bei der Rekrutierung des Schul-lehrerstandes ans den untersten Ständen und ihrer ungenügendenErziehung, von Anfang an für ein Verbrechen an der Volks-bildung gehalten aber daß man keinen Zögling schnellerdurch den Seminarknrsus hindurch ließ, daß man es für einUnglück erklärte, wenn einer noch in dr?i Jahren nicht reifwürde, muß ich für Pedantismus erklären. In diesen wie inandern Beziehungen lähmte man die Hand der Direktoren undLehrer, welche man darin, wie in andern Dingen, frei lassensoll. Die Behörden verlangen Vertrauen zu ihren Maßregeln,auch wenn sie, was doch Männer in Erziehungsangelegenhciten,die nur gedeihen, wenn man beistimmt, mit Recht erwarten dürfen,ihre Gründe nicht nennen; man schenke aber auch den Seminar-lehrern Vertrauen, ihnen, welchen inehr als allen andern Lehrerndaran liegen muß, daß ihre Zöglinge gedeihen. Auf keinem Ge-biete ist aber das Verfahren nach allgemeinen Vorschriften be-denklicher und nachteiliger, als auf dem Gebiete der Lehrer-bildung, welche, wenn sie ihre Sache versteht, die indi-viduelle Ausbildung der Zöglinge nicht nur nicht mitscheelen Augen ansieht, sondern sie aus alle Art begünstigt undfördert. Der tyrannische Gleichmacher verlangt alles von allenund alles in derselben Weise. Er paßt zum Holzhacker, nichtzum Erzieher, am wenigsten zum Erzieher von Lehrern. Fürden Freien, die Welt, wie sie in ihrer bunten und herrlichenMannigfaltigkeit ist, auch die Menschenwelt also betrachtendenMann und Erzieher verschwindet alle Freudigkeit, wenn er seineindividuelle Weltanschauung, sein individuelles Wirken, seine nachder Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit der Individuen ver-