Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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346
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Daß ich mit der geforderten Steigerung der naturwissen-schaftlichen Kenntnisse und Erkenntnisse nicht eine Vermehrungnatnrhistorischen Notizenkrams, Ausbreitung des Wissens an sich,meinen kann, versteht sich nach dem Vorangegangenen von selbst.Offen gestanden, mir lehren in manchen Seminaren von Mine-ralien, Pflanzen und Tieren schon viel zu viel, von zu vielenSpezies, Gattungen und Familien; dagegen viel zu wenig vondein Gesetzlichen in der Natur, namentlich in der großen Natur,in der Physik der Erde und in den Gesetzen des Himmels.Jeder Lehrer" ich wiederhole auch hier diesen Satz alsRefrain"soll ein Naturkenner, jeder Landschullehrer einNaturforscher sein". Daß er letzteres werden könne und un-widerstehliche Neigung dazu habe, das soll er im Seminar lernendurch die Art, nicht durch deu Umfang des Unterrichts. DieFolgen einer solchen Stellung der Lehrer in die Natur hinein,mit der Liebe zu ihr und mit der Befähigung, Beobachtungenanzustellen und Erfahrungen zu machen und anderswo gemachtezu benutzen, ergeben sich für wahre Bildung des Bürgers unddes Bauern, sowie für die Benutzung der Fortschritte in derLandwirtschaft von selbst. Das zweite betrifft die Vertiefungin die Nationalität, in das Wesen der deutschen Nation undihre Errungenschaften. Ein hohler, wüster, ideologischer undutopistischer Traum ist der Gedanke an deutsche Einheit undKraft, Vaterlandsliebe und Patriotismus, wenn die Nation, dieJugend derselben, nicht tiefer und inniger als bisher bekanntgemacht wird mit dem deutschen Land und seinen Leuten, mitder deutschen Geschichte, ihren Herrlichkeiten und Verirrungen,mit deutschem Gesetz, deutschem Recht und deutscher Verfassung,mit' deutscher Sprache und Litteratur. Ich schlage damit einenTon an, welcher gegenwärtig in den Herzen aller bewegtenMenschen nachklingt, brauche daher nichts weiter darüber zusagen; aber dies muß ich sagen, daß die Furcht vor den Gefahreneiner gründlichen und genauen Kenntnis des Gesetzmäßigen inder deutschen Sprache zu den Gespenstern gehört hat, welche dienächste Vergangenheit an die Wand malte, und daß es zu denUnverzeihlichkeiten gehört, wenn man künftige deutsche Volksschul-lehrer nicht gründlich mit der deutschen Volkspoesie, der Volks-