340
fessionelle Dogma aus der Volksschule entfernen; es wirkt derAusbildung der Nationalität und Humanität entgegen;es wirkt volks- und menschenfeindlich.
Und daraus wird sich denn wohl dem Einsichtigen von selbstals Resultat dieser Satz ergeben: Der konfessionell-dog-matisch e V olksschu l-Unterrich t wirkt nicht nur nichtgünstig für Entwickelung des religiösen Gemüts-lebens — denn was weder der allgemeinen Menschennatur,die jeder an sich trägt, noch der nationalen Bestimmtheit der-selben, die jeder gleichfalls mit zur Welt bringt und in die erunüberwindlich fest hineinwachsen soll, zusagt, wird doch eherjeden andern Namen, als den des religiösen Charakters, an sichtragen — sondern er untergräbt und vernichtet mitder Beschränkung oder Vernichtung der humanenund nationalen Grundlage den Boden und dieWurzel der Religiosität. Dieses Urteil gilt von denverschiedenen Konfessionen nicht in gleicher Strenge. Der römischeUltramontanismus verfällt ihm ganz; je mehr von protestantischem,d. h. freiem Geiste eine Konfession in sich enthält, desto wenigerwird sie von diesem Vernichtungsurteil getroffen. Bei strengerAusprägung der Begriffe und der Richtungen gilt aber in allerStrenge das ernste Wort:
Der ko nfessionell-dog m atischeJugend unterrichtzerstört in dem Gemüte des Kindes den reli-giösen Boden und wirkt der Ausbildung derHumanität und der Ausprägung der Nationa-lität entgegen.
Eine feindseligere Art und Weise des Unterrichts kann darumnicht ersonnen werden.
Schluß: An uns ist es, die Überzeugungen allgemeiner zumachen, daß man fürs Vaterland nichts Wichtigeres thun kann,als tüchtige Menschen und gute Bürger zu erziehen,und daß die Söhne und Töchter desselben Landesin Gemeinschaft und Eintracht auf die eine undgleiche Weise zu erziehen und zu bilden sind.