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Motive und die Quellen seiner Gedanken und seinerSeligkeit schöpft, in seiner eigenen Natur den Grundund in deren freier, naturgemäßer Entfaltung dasZiel seiner Bestimm u n g erblickt. Der orthodoxe Protestanthat daher gar keine Ursache, den römischgesinnten Katholikeneine,: Ultramontanen zu schelten; er selbst ist, gleich diesen:, ultra-montan, ja ultramarin. Darum, wer zuoberst rechtgläubig, dannerst deutsch gesinnt ist, wird und muß, wein: er konsequent ist,unser Streben, das Konfessionell-Dogmatische aus der Volksschulezu entfernen, anfeinden und befehden.
b>) Wir besorgen, oder bestimmter: wir sind überzeugt, daßder konfessionell-dogmatische Unterricht in so frühen Jahrendas religiöse Leben, das innere Gemütsleben, die natürlich-religiöse Entwickelung nicht fördert, sondern beeinträchtigtund hemmt.
Den oben in dieser Beziehung gegebenen Ausführungen istnur noch wenig hinzuzufügen.
Die Religiosität besteht nicht bloß in der inneren Beziehungdes eigenen Lebens auf Gott, sondern zugleich uud wesentlich inden: Gefühl der Vereinigung mit der ganzen Menschheit, in derBrüderlichkeit. Jene Seite der Religiosität setzt mit Notwendig-keit diese voraus. — „Wie kanu der Gott lieben, der seinenBruder nicht liebt? — Der konfessionell-dogmatische, identisch mitreligiösen: Parteiunterricht, untergräbt dieses Gefühl der Einheitund Brüderlichkeit mit allen:, was Mensch ist, vernichtet dahermit einer wesentlichen Seite der Religiosität oder, nach den:zitierten Ausspruche, mit der Basis der Religiosität in: engernSinne, das Wesen der wahren Religiosität. Der junge Menschwird zum römischen Katholiken, zun: strengen Kalvinisten, zumorthodoxen Lutheraner gemacht und hört damit auf, ein Menschzu sein. Wie wir gesehen haben, hört er auch eigentlich auf,ein Deutscher zu sein; jetzt erweitert sich unser Blick, indem wirerkennen, daß ihn: nicht nur das deutsche Wesen, sondern auchdas menschliche Wesen verloren geht. Sowohl aus Gründen desPatriotismus, als auch aus Gründen des Humanismus, d. h.der allgemein-menschliche:: Bildung, müssen wir daher das kon-
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