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den sie angewandt werden, in innern Widerspruch mit sich selbst,in zerrüttenden Kampf versetzen und unglücklich machen. Wendetman diese sonnenhellen Sätze ans unser Leben, auf die Lebens-bahn an, die wir zu beschreiten angefangen und die wieder zu ver-lassen kein Verständiger für möglich erachten, kein Vaterlandsfreundwünschen kan», so erkennt inan als notwendige Folge: die alte dikta-torische, knechtende Lehrweise muß verlassen, die den Menschenzum Selbstprüfen und Selbstfinden anleitende, den Menschen zuseinem eignen Regenten erziehende Lehrform muß gewühlt werden.
Sehe der Ultramontanismus zu, wie er sich in einem Staat,der auf der breitesten Grundlage auferbaut ist, zurechtfindet,unsere Sache ist das nicht; nach unserem Dafürhalten kann es ihmnimmer und nimmer gelingen; religiöse Knechtschaft und politischeFreiheit vertragen sich nicht miteinander, eine oder die anderemuß weichen; wohl uns, daß wir das Recht der freien Forschungin religiösen Dingen hinzubringen zu dem Rechte der freien Ge-staltung der Lebensformen nach dem Willen der Nation.
Es bedarf nur der Hindeutung auf die Fragen, ob es sichfür uns Lehrer und Erzieher für das Leben (unser Leben) nochferner geziemen werde, den unmündigen Menschen mit positivenGlaubenssatzungen zu belasten, ob wir ihn dadurch nicht in einenunseligen Zwiespalt mit den Formen, in denen er zu leben be-stimmt ist, versetzen, und überhaupt was zu thun sei, um eineglückliche Harmonie zwischen Denken und Sein herzustellen!
10. Warum wir also den konfessionell-dogmatischen Religions-unterricht aus den Volksschulen verbannt wissen wollen, ist,summarisch noch einmal gesagt, dieses:
a) Wir besorgen von ihm nachteilige Wirkungen für die Ge-meinschaft der Deutschen in Anhänglichkeit und Brüderlich-keit. Der nationale Standpunkt erschien uns wichtiger,als der konfessionelle. Wir wollen, daß der jungeMensch erst auf jenem fest werde, bevor und ehe er diesenbetritt. Der Knabe soll sich nicht als katholischer oder evan-gelischer Christ, oder dazu von äußerer (elterlicher) Machtprädestiniert, fühlen, sondern er soll sich als Deutscherfühlen und verwandt mit allen Kindern desselben Vaterlandes.
Diestorweg, Ausgsw. Schriften. L. Ausl. II. 22