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2 (1890)
Entstehung
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z. B. die Staatsgewalt, los zu werden oder wenigstens zu schwächenhoffen. Ihr, sonst unerklärbares Treiben ist nichts anderes, alshierarchisches Gelüste, ihr System Jesuitismus. Mit dem dummenVolke glauben sie schon fertig zu werden, wenn sie nur einmaldes intelligenten Staates los sind. Nicht bloß Belgien lehrtdies, auch unsere konstituierende Versammlung. Auf derselbenversprachen die Ultramontanen mit der linken Seite zu stimme»,wenn diese Mitwirken wollte, ihnen die Schule zu erhalten. Nurin dem konsequenten Manne sind politischer und religiöserLiberalismus miteinander verbunden; beide sind Ergebnisse des-selben Prinzips, des Prinzips der Entwickelung oder Bewegung.Eine horrende Erscheinung, wenn ein Pädagoge sich zu ihmnicht bekennt!

8. Die Orthodoxen aller Kirchenparteien sind gegen dieVerweisung des konfessionell Dogmatischen aus der Volksschule.Sie sind gewohnt, dasselbe allem andern überzuordnen. Wer sichzu ihren Dogmen bekennt, dem erkennen sie ein doppeltes Prin-zipat zu: das Prinzipat des echt (d. h. ausschließlich) Christ-lichen und des echt Menschlichen.

Das ist bekannt, und es sind alte Behauptungen, zwar oftbestritten und widerlegt, aber immer wieder erneuert und denNovizen so lange vorgesprochen, bis sie es nachsprechen. Darumwenden sie sich an die Säuglinge des Denkens und Wissens;darum wollen sie diese sich nicht entrissen sehen.

Aber mit dem dritten Prinzipate will es nicht mehr rechtfort, dieirreligiöse" Welt ist daran ungläubig geworden, nämlich,daß die Orthodoxen auch die besten Vaterlandsgenossen, die bestenDeutschen seien. Darauf müssen sie nach dem von uns geliefertenBeweise fernerhin verzichten. Es wird ihnen zwar schwer an-gehen; denn die Orthodoxie (ihre nämlich) ist ihnen der Inbegriffaller Vortrefflichkeit; aber die Welt wird es ihnen nicht längerglauben. Mit der Einheit, Freiheit und Stärke Deutschlandswächst das patriotische Gefühl, der deutsche Sinn. Wer wirdsich darum noch darüber wundern, daß die Orthodoxen allerParteien unter den Kämpfern für jene großen, vaterländischenGüter sich nicht in den ersten Reihen befinden; wer wird sich noch