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diesseits, noch mehr aber jenseits, zu seliger Gemeinschaft undzwar mit allen den „Heiligen", welche ihn jemals besaßen oderbesitzen werden, auf ewig vereinigt; ein Glaube, welcher dieSchafe von den Böcken scheidet; ein Glaube, welcher diejenigenverdammt, welche ihn nicht besitzen; ein Glaube dieser Art gehtdein Gläubigen, wie sich von selbst versteht, über alles, überalles andere, was sonst heilig ist, über Bruder und Schwester,über Vater und Mutter, Sohn und Tochter, natürlich auch überden Landsmann und Vaterlandsgenossen.
Aber wir fragen dabei billig: Ist ein Glaube dieser Art einwahrer Glaube? ein Glaube, der den Menschen vom Menschenscheidet? ein Glaube, der alles Menschlich-Heilige zertrümmert undmit Füßen tritt? ein Glaube, welcher den Menschen — entmenschet?
Nehme man auf der anderen Seite ein Vaterland, wie wires nur allzulange an Deutschland besessen: innerlich zerspaltenund zerrissen, ohne Achtung und Ansehen bei den Fremden, ohneEinheit, Würde und Kraft — der Süddeutsche gegen den Nord-deutschen, der Nachbar gegen den Nachbarn, beide getrennt von-einander durch Gesetze, Zolllinien, Münzen und Maße u. s. w.u. s. w., wie kann man erwarten, daß einem ein solches Vater-land über alles gehe? Gemeinsamkeit der Ideen, Einheit derRichtungen und Bestrebungen geht dein verständigen und seinLeben an seine Lebenszwecke setzenden Manne über die Verwandt-schaft des Blutes, des Stammes und selbst der Nation, wennman innerlich nicht mit ihnen harmonieren kann.
Setzei: wir dagegen ein Vaterland, wie wir es jetzt erwartenund erstreben und wie es sich gestaltei: kann und wird, wenn alleihre Sonderinteressen vergessen, was ginge darüber? Eii: einiges,freies und starkes Deutschland, welches jedem gestattet, sich nachseiner Eigentümlichkeit zu entwickeln, welches für die Erziehungder ganzeil Jugend Sorge trägt, deir Glauben eines jeden achtetund schützt, kurz ein nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit undHumanität verwaltetes Vaterland — welche Ursachen würdenstark genug sein, es zu verhindern, daß man sich mit ganzerSeele und all seinem Dichten und Trachten an dasselbe an-schlösse und in ihm aufginge!