Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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Behauptung. Auf diese» wichtige» Gegenstand jetzt näher ein-zugehen, verbietet der Raum. Ich spreche mir, die weitere Aus-führung wir vorbehaltend, weine Ansichten aus:

Je größer der Einfluß der Geistlichen ans dieSchulen gewesen, desto schlechter war derUnter -richt beschaffen; wo jene ganz herrschten odernoch herrschen, da ist der Unterricht unter allerKritik. Je mehr sich die Lehrer von der Ein-wirkung der Geistlichen zu befreien wußten,desto geistiger und belebender wurde der Unter-richt. Wo die Orthodoxie dominierte undihre erstarrende Form auf den Geist der Lehrerund dadurch auf ihre Methode geltend wachte,da erstarb alle wahre, freie und freiwachendeEntwickelung unter dem Joch des Mechanismusund der geistigen Tyrannei. Wo der Lehrerohne Beschwörung von Satzn ngen und FormelnseinenGei st frei schalten und walten ließ, sichin die Natur des Menschen und der Lehrstoffeversenkte und von dieser Natur Vorschriftenannahm: da erst war und wurde er ein erziehen-der und bildender Lehrer.

Erwäge der denkende Lehrer diese Theses frei in seinemGeiste!

Diese, die andern, sprechen, daß der Unterricht in und zueinem ausgeprägten, bestimmten religiösen Bekenntnis eine konkrete,der nicht konfessionelle, allgemeine Religionsunterricht dagegen eineabstrakte Natur habe, jener daher diesem vorzuziehen sei.

In diesem Einwurse begegnen wir mehrfachen Jrrtümern.

Es ist bei unserer Forderung nicht unsere Absicht, denSchüler mit allgemeinen, etwa moralischen, abgezogenen Sätzenzu traktiere», ihm Definitionen über ethische und religiöse Be-griffe vorzusetzen und wortgetreu auswendig lernen zu lasse»;nichts weniger als das. Wir werden weder hier noch irgendwodas Prinzip der Anschauung und Veranschaulichung verleugne»;wir wandern den Weg der Geschichte, betrachten einzelne That-

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