Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
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Forschlust der Kinder, ihr fröhliches Vertrauen zu ihrem eigenenKönnen und Wollen und schwächen das Gefühl und den Sinnfür die Wahrheit. Von Nro. 13 ist solches notorisch undkeinem Zweifel unterworfen.

Wie laßt sich daher das Beibehalten oder dasWiederaufnehmen einer Weise, welche das Funda-ment der Sitt lichkeit untergräbt, rechtfertigen oderauch nur verteidigen?

Der Wahrheitssinn ist der göttlichste Sinn im Menschen.Weil er in gesunden Kindern in ursprünglicher Lebendigkeit vor-gefuuden wird, darum sind sie göttlicher Abkunft. Ist es auchwahr? sei der ewige Refrain bei allem, was Kinder zu hören be-kommen. Mit Abschell wenden sie sich von dem, der sie imErnste täuscht. Darum geht dem wahren Pädagogen nichts überdie Sorgfalt, mit der er die Erhaltung und Stärkung diesesgöttlichen Triebes überwacht. Wird er geschwächt, so bleibt dasErziehuugsgebäude schwach, es ist auf Sand gebaut; geht er ver-loren, so ist alles verloren. Der Wahrheitssinn kann aberdurch nichts anderes genährt und gestärkt werden, als durch dasuntrüglich Wahre, nimmermehr durch das Zweifelhafte, Bezweifelteoder gar Unwahre und Falsche, ja nicht einmal durch das Un-verständliche, selbst wenn es (für andere, Gereiftere) wahr ist.Es giebt Lehrsätze, Dogmen, Systeme, die zu ihrer Zeit, als sieentstanden, wahr waren, d. h. von dem damaligen Menschen-geschlechte oder einem Teil desselben geglaubt wurden, weil sieihrer Bildung, ihren Bedürfnissen entsprachen, die es aber heut-zutage nicht mehr sind. Dieselben festhalten wollen, wenn ihreZeit vorüber, ist ein verderbliches, obendrein ein vergebliches Be-mühen. Sie festhalten wollen durch die Unmündigkeit derJugend, weil sie sonst ganz und gar verschwinden möchten, istehrlos, nichtswürdig und geradezu gottlos, ein Frevel an derheiligen Wahrheit, an der heiligen Überzeugungstreue und an derebenso heiligen Menschenuatur.

Was folgt daraus?

Ich habe oben immer noch den besten Fall suppouiert, näm-lich den, daß die also gelehrte Unwahrheit was sich von dem