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2 (1890)
Entstehung
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XXVI.

Usijchologische Wirkungen des Nel'igwiisuntemchls.

Jedem Leser, welcher in den vorhergegangenen AufsätzenWahrheit und dieselbe in seinen eigenen Jugenderlebnissen be-stätigt findet, fallen die psychologischen Wirkungen von selbst ein.Ich brauche sie daher nur anzudeuten:

1) in bezug auf das Gemüt;

2) auf den Verstand (das Vermögen der Intelligenz).

Allgemein rühmt inan die Wirkung unseres Religionsunter-richts auf das Gemütsleben, die Entwickelung des frommenSinnes in den Kinderseelen. Daß die Religion in dem Gemütwurzele und daß das ganze Leben hindurch ohne seine Thätig-keit, die Religiosität, entweder zu den Unmöglichkeiten gehöre,oder zu einem dürren, toten Begriff zusammenschrumpfe, behaupteauch ich auf das Entschiedenste. Die Hauptaufgabe des Reli-gionslehrers war daher von jeher und bleibt nach wie vor die:das Gemüt, welches überhaupt den Kern des Geisteslebens bildet,durch religiöse Vorstellungen zu beleben und zu nähren, und diedieselben in ihrer Wirkung auf den frommen Sinn unterstützen-den Einrichtungen zu treffen. Aber das, was ich eben sagte,fordert schon die Abwehr der so häufig vorkommenden Verirrungen.Religiöse Vorstellungen, sagte ich, sollen das Gemütslebendes Kindes wecken und nähren. Wo sie fehlen, wo man dieWeckungsogenannter" Religiosität entweder ohne alle Vor-stellungen durch Einwirkungen auf die Sinne und religiöse Ge-bräuche, welche auf die Phantasie wirken, oder durch so dunkle