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Vorstellungen zu wecken verflicht, daß sie in einem unbestimmten,unbegrenzten Nebelreiche verschwimmen: da kam: allenfalls vonAnleitung zu phantastischer Mystik und schwärmerischer Roman-tik, nimmermehr aber von des Geistes würdiger, wohlthätigerlind sich mit wahrer Geistesbildung vertragender Religiosität dieRede sein. Mit Absicht entschlage ich mich.hier des naheliegen-den, sich aufdrängenden Gedankens einer möglichen Verketzerungmeiner Worte und einer Verzerrung ihres Sinnes in das Un-kennbare hinein, füge vielmehr noch bei, daß mail von derWirkling positiver Lehrsatzungen ans das religiöse Gemüt einehöchst übertriebeile, ja recht eigentlich eine ganz verkehrte Vor-stellung hat. All und für sich wirken sie gar nicht auf das Ge-müt; als abstrakte, nicht aus der Erfahrung und dem Lebenstammende Sätze lasseil sie kalt und tot. Es kommt nur daraufan, was man aus ihnen macht, was der Lehrer aus ihnen macht,was er von seinem Gemüt in sie hineinträgt, wie er überhauptsein Gemütsleben zu den Kindern sprechen läßt, wie es, ohne alleAbsicht lind Berechnung, zu ihnen spricht, lind zwar wohlverstanden,nicht bloß in den Religions-, sondern in allen Stunden undLektionen. Der Katechismus ist ein hölzernes Blich, er mochtees iin sechzehnten Säkulum nicht sei», aber jetzt ist er es; abereiil Lehrer, der danach ist, kann aus ihm, aber auch aus jedemandern Buche, d. h. ans allem, viel machen. Die Wirkung desReligionsunterrichts auf das Gemüt der Kinder und ihrenfrommen Sinn hängt, ich muß sagen, gar nicht von der Kon-fession, hängt einzig und allein von der Gemütsbeschaffenheit desLehrers ab. Ich wiederhole aber: unter Gemüt verstehe ich nichtden sinnlich erregbaren Herzmuskel, noch weniger die Thränen-behälter oder die Alllage zur Phantastik, sondern den tiefen Grund,den Mittelpunkt und Kern des ganzen Lebens des Geistes. Jedeszur Entwickelung geförderte Seelenvermögen hängt mit dieserWurzel zusammen, nicht bloß der Charakter, sondern auch derVerstand. Die Wahrhaftigkeit jenes und die Thätigkeit diesesrechne ich daher zu notwendigen Erfordernissen eines preiswürdigen,Gemüt erregenden und die fromme Gesinnung befruchtenden reli-giösen Unterrichts. Der ordinäre Religionsunterricht, der an dem