Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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um nicht mehr zu sagen (ich könnte es aber auch Leichtfertigkeit,Leichtgläubigkeit, Leichtsinn, unbegreiflichen Leichtsinn der Lehrernennen), mit welcher in derselben Stadt der eine dies, der anderedas Gegenteil als Wahrheit (oft als gottgegebene, offenbarte)lehrt, bewundern, ja, ich muß gestehen, daß ich solche Er-scheinungen mit der Gesinnung, welcher die Wahrheit überalles geht, nicht zusammenreimen kann, gestehen, daß ich micheiner Art von Verachtung solches Treibens der Lehrer nicht ent-halten kann! Wie die Lehrer dazu gekommen sind, woher diesesTreiben entsteht, glaube ich zu wissen; aber unbegreiflich bleibtmir Dreierlei: 1) daß ihre fortgeschrittene Bildung sich nichtallgemein auf dieses einseitige, unharmonische, zwieträchtige, feind-selige Gesinnungen gegen Andersdenkende unter der Jugend ver-breitende Wesen aufmerksam geinacht, sie nicht zu der Über-zeugung geführt hat, daß sie damit nicht der allgemeinen, humanenBildung, sondern dem Parteiwesen Vorschub leisten, der äußer-lichen Bildung lloo diene,:; 2) daß sie nicht inne werden,daß sie nicht aus allgemeinen pädagogischen und didaktischenGrundsätzen, sondern durch äußere Impulse zu solchen Ver-fahrungsweisen und zu Doktrinen veranlaßt werden, die einanderoft geradezu widersprechen und von denen man nicht einmalsagen kann, ob die eine oder die andere etwas oder mehr zurSittlichkeit beiträgt, als die andere: 3) daß sie durch ihr eigenesBeispiel, d. h. durch die Erfahrung, die sie (viele) an sich selbstgemacht haben, die sie lehrt und lehren muß, daß sich ihreeigenen Auffassungsweisen deruntrüglichen Wahrheit" mitden Jahren gar sehr geändert haben, nicht dahin gebracht werden,auf Dinge, die so gewesen sein können, aber auch anders, dievon der einen Partei so, von einer andern anders genommenwerden, auf Dinge, die jedenfalls zu den unausmachbaren ge-hören, nicht länger einen Wert zu legen, der ihnen nur iu denAugen fanatischer Parteien, nicht aber in der Meinung vorurteils-freier Wahrheitsliebe zukommt!

Genug von diesen: Kapital für den Nachdenkenden! Ichspreche noch den Grundsatz der Wahrhaftigkeit aus, dersich in folgende Sätze auseinanderlegt: