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2 (1890)
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sich ihr unterwirft, damit diese Achtung aufrichtig undnicht erheuchelt sei."

2. (1791, S. 220):Derjenige, welcher sich selbst (und,welches in den Religionsbekenntnissen einerlei ist, vor Gott) sagt:er glaube, ohne vielleicht auch nur einen Blick in sich selbstgethan zu haben, ob er sich in der That dieses Fürwahrhaltensoder auch eines solchen Grades desselben bewußt sei, der lügt,nicht bloß die ungereimteste Lüge (vor einem Herzenskündiger),sondern auch die frevelhafteste, weil sie den Grund jedes tugend-haften Vorsatzes, die Aufrichtigkeit, untergräbt. Wie leicht solcheblinde und äußere Bekenntnisse (welche sehr leicht mit einen: ebenso unwahren inner,: vereinbart werden), wenn sie Erwerb-inittel abgeben, allmählich eine gewisse Falschheit in die Den-kungsart bringen, ist leicht abzusehen. Während indes dieseöffentliche Läuterung der Denkungsart wahrscheinlicherweise aufentfernte Zeiten ausgesetzt bleibt, bis sie vielleicht einmalunter den: Schutze der Denkfreiheit ein allgemeinesErziehnngs- und Bildungsprinzip werden wirdn. s. w." (!)

3. (1786, S. 428):Sollte es nicht möglich sein, dasLächerliche des Vorzuges oder des Verdienstes, welches ge-wissen Lehrmeinungen zugeschrieben wird, klar aufzudecken? InKonstantinopel glaubt man dies, in Moskau das, in Rom, Genf,Wittenberg ein andres, von: Vater auf den Sohn. Die Lehrerwissen auch wohl, worauf es ankommt, da sie so sehr empfehlen:die Kinder ja zeitig, ehe sie in die große Welt kommen und vonandern Meinungen hören, in ihrem väterlichen oder mütterlichenGlauben zu bewahren. Diese Familienmeinung aber hatte inanihnen beigebracht und geläufig gemacht, ehe sie zu untersuchenfähig waren. Nun weiß man, wie sich eine Denkungsart, diefrüh geschöpft*, stets wiederholt und geläufig gemacht worden ist,einpräget; zumal wenn sie durch die Furcht eiugeschärft wird,daß es äußerst gefährlich sei, anders zu denken. Es sollte

* Am Rheine werden die Kinder der Bewahranstalten (26jährige) indie Messe geführt; in Berlin lernen sie in solchen schwere Gotteslieder(z. B. das lOstrophige:O Haupt, voll Blut und Wunden rc.") auswendigund schnattern sie her. (Kinder, die noch nicht schulfähig sind!)