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2 (1890)
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halt keinen Sinn inehr hätten. Sollte sich die Sache so ver-halten, dann wäre sie freilich eine völlig trostlose, deren Endeman mit Sicherheit Voraussagen könnte.

b>. Nur unter jener Voraussetzung entgeht der Lehrer heutigerZeit allen Kollisionen mit den Eltern und mit den Geistlichen.Die Verschiedenheit der Anffassungsweisen in Religionssachennimmt immer mehr zu. Die Eltern denken anders, als der Lehrerlehrt, und er muß, wenn er mit dem Geistlichen nicht in Streitgeraten will, oft auf alle Eigentümlichkeit verzichten. Wie ent-geht man diesen schlimmen Fällen? Oder ist es kein schlimmerFall, keine böse Situation 1) für den Lehrer, wenn er nichtgewiß weiß, daß die Eltern mit den Ansichten, die er lehrt, über-einstimmeu, oder wenn er gewiß weiß, daß dieses geradezu nichtder Fall ist? 2) keine schlimme Lage für die Eltern, wennsie sich genötigt sehen, um von dem unbefangenen Herzen ihresKindes unseligen Zwiespalt fern zu halten, ihre eignen Über-zeugungen zu verschweigen, von Überzeugungen zu schweigen, dieihnen lieb und teuer geworden; oder wenn sie sich gar gedrungenfühlen sollten, dem Kinde über die veralteten, schiefen und dunklenLehren seines Lehrers, oder die nihilistischen desselben, die Augenzu öffnen? 3) kein schlimmer Fall für den Geistlichen, wenndie Schule in den Katechumenen nicht den Grund gelegt hat,auf dem er fortbauen will, ja einen Grund gelegt hat, den erals einen falschen verwirft?

Wie will man, sprechet Freunde, diesen Schwierigkeiten,Hindernissen, Kollisionen und sehr schlimmen, alle Tage eintreten-den Fällen entrinnen, wodurch anders bei der heutigen Lage derWelt und der (zunehmenden) Verschiedenheit der Ansichten undÜberzeugungen, als dadurch, daß man den speziell-konfessionellenUnterricht aus den Schulen entfernt?

o. Nur unter dieser Voraussetzung zerstört man den Grunddes Jndiffereutismus. Religion ist den Menschen ein Bedürf-nis; aber sie richtet sich nach der Bildung des Einzelnen. ZweiMenschen verschiedener Bildung können nicht dieselbe Religionhaben. Wie nun, wenn ich den Unmündigen zum Bekenntnis desAlt-, oder Neuluthertums rc. genötigt habe und die beschwornen (!)Sätze ihm nachher bon Zrö mal Zi-ö abhanden kommen, d. h. aus