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Schüler anleitet, ist zur liberalen Erziehung unfähig. Drittens:Nur der aufgeklärte Lehrer erzieht liberal.
Viertens: Das aber ist wieder nicht möglich ohne eineVorbedingung. Die Aufklärung kann man nicht erben, sondernnnr erwerben, lind man erwirbt sie unter Bedingungen. Einederselben ist die, daß man das Vertrauen zu sich und andernhat, daß man (der Mensch) die Wahrheit finden könne und findenwolle. Entweder schöpft der menschliche Geist die Wahrheit aussich selbst (er ist zum Autonomen geboren); oder er ist und bleibtvon Autoritäten aller Art abhängig. Entweder eigener Herr,oder Diener anderer. Hier gilt kein jrwts miliou, sondern einentschiedenes entweder — oder. Zu einem von beiden hatsich jeder zu entschließen. Wer blindgläubig zu der Liederstrophehält: „Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet",hat sich dadurch selbst borniert, natürlich wird er nie zur Auf-klärung durchdringen; was er von der Menschheit singt, giltwenigstens von ihm: er verliert^als Lehrer allen psychologischenBlick, er ist in Finsternis eingehüllt. Wer diese glaubt, für denist sie da; um sie zu vertreiben, darf man nicht an sie glauben.Aber das Schlimmste ist, daß ein solcher Finsterling auch um sichher Nacht macht, seine Schüler in Nacht einhüllt. Das Bestedagegen ist dieses, daß derjenige, in dessen Kopf und Herzen eshell und dadurch warm geworden, auch in den Köpfen derKleinen ein Lichtchen anzündet und ihre Herzen für die hell-leuchtende Wahrheit erwärmt. Dieses gilt, solange er selbstseinem Lichte Nahrungsstoff zuführt, d. h. solange er im Forschenund Beleuchten der Dinge beharrt; dieses ist nur möglich beiVertrauen zu der Menschennatur. Wer ihr mißtraut; wer sichvor ihrer natürlichen Entwickelung fürchtet; wer aus der Pflegeder Anlagen an sich das Böse sich entwickeln sieht: der muß,wenn er konsequent ist, die freie Entwickelung aus dem Innernheraus verschmähen und unterdrücken. Zur gläubigen Annahmejener Ansicht haben heute wieder viele (die Altneuen) denMut; aber sich zu diesen:, was doch folgen müßte, zu bekennen,das vermögen doch nur wenige, die von eiserner Stirne. Ich