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es unverstanden dem Lautinhalte nach in sich hineintragen, erwird die Stoffe nicht verdaue», folglich sich nicht frei entwickeln,vielmehr wird seine Entwickelung gehemmt werden. Von liberaler,freimachender Bildung kann dann gar keine Rede sein.
Zweitens: Es kommt aber nicht bloß darauf an, daß derLehrer den Stoff vollkommen für sich verstehe, sondern darauf,daß er denselben zu behandeln, so zu behandeln wisse, wie es1) die Natur dieses Stoffes; 2) der Zweck der liberalen, frei ent-wickelnden Bildung; 3) der Standpunkt und die Individualitätdes Schülers verlangen. Wer die Mathematik so vorträgt, wiedie Geschichte; wer nicht daran denkt, in welcher Weise ein Lern-stoff behandelt werden muß, um den Geist zur Entwickelung an-zuregen; endlich wer wohl auf den Stoff sieht, nicht aber aufden Schüler, nicht darauf, wo der steht und was für eine Kapa-zität er besitzt: ein solcher Lehrer wird nicht im Dienste einerfreimachenden Erziehung wirken. Dieselbe verlangt, daß derLehrer immer und unaufhörlich den Schüler im Auge habe, daßer den Stoff niemals als Zweck, nur als Mittel gebrauche, daßer je nach der Natur des Schülers und des Gegenstandes mitden Unterrichtsformen wechsele, jetzt akroamatisch, jetzt erotematisch,jetzt katechetisch, sokratisch, dialogisch, heuristisch, dann wiederanders und anders, so daß dem Leser die Wahrheit des zweitenSatzes in das Auge springen muß:
Nur der der Form mächti ge Lehrer kann liberalerziehen.
Nur dieser eine Satz braucht bedacht zu werde», um zu er-kennen, warum Tausende von Lehrern ganz unfähig sind, zueiner liberalen Bildung etwas beizutragen. Sie haben das Ge-schäft (das Handwerk) nicht gelernt, sie können nichts weiter,als vortragen, auswendig lernen lassen, höchstens einpauken —wenn man cs dereinst einmal auf eine liberale Erziehung derganze» Jugend abgesehen Habei: wird, wird man nirgends mehrin solchen veralteten Weisen verfahren. Nach der jetzigen Art derBildung der Lehrer für die höhere» Schulen (oder vielmehrihrer Nichtbildung, als Lehrer nämlich) muß inan sagen, daßcs scheint, als habe man es, da nichts geschieht, was genannt