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3) vor der Disziplin;
4) von dem Wesen und dein Charakter des Lehrers.
Die Leser fühlen, das Letztere ist für uns hier die Haupt-sache, namentlich ist das dritte Moment ganz bedingt durch dasvierte; die Art der Erziehung des Schülers hängt auch weitweniger von dem Stoffe ab, als von der Auffassungs- und Be-handlungsweise desselben, und die Form des Unterrichts ist vonder Persönlichkeit des Lehrers gar nicht zu trennen. Alles läuftdarum hier in letzterer zusammen, und wir erkennen auf daslebhafteste, daß der Lehrer die Schule sei, die ganzeSchule, Unterricht, Erziehung, Bildung. Darum brauchte hiernur voir ihm die Rede zu sein, aber jene erst genannten Momenteliefern die Verhältnisbegriffe, welche hier in bezug auf denLehrer zu betrachten sind. Dieselben werden uns bei den nach-folgenden Positionen leiten.
Was die Unterrichtsstoffe all sich betrifft, so will ich hiergar nicht auf die Untersuchung eingehen, ob und inwiefern siezur liberaleil Erziehung etwas beitragen, oder das Gegenteil be-wirken. Nlir dieses eine sage ich: Nach meinem Bedünken ge-hört es wesentlich zu einer liberalen Erziehung, daß der Zöglingdurch alles, was er lernt und erfährt, in seine Gegenwart ge-stellt oder, wie Kant verlangt, für die Zukunft erzogen werde.Nimmt Ulan voll daher den Blaßstab zur Beurteilung der libe-raleil und illiberalen Erziehung der männlichen Jugend derhöheren Stände, so, fürchte ich, wird dereinst über dieselbe einstrenges Gericht ergehen. Doch kein Wort weiter darüber.
Erstens: Nur der Lehrer ist zu einer liberalenErziehung oder zu liberalem Unterricht (beide unter-scheide ich in der Schule nicht voneinander — der Unterrichtist die Schulerziehung) befähigt, welcher des Stoffesganz mächtig ist. Diesem ersteil Satz wird kein Mensch
widersprechen. Wer als Lehrer selbst noch mit dem Stoffe ringt,denselben nicht ganz, nur halb verstanden, ihn nur mit dem Ge-dächtnis aufgefaßt hat, wie sollte ein solcher im stände sein, diefreie Entwickelung des Schülers von innen heraus zu fördern?Er wird das Unverstandene dem Schüler vorsetzen, dieser wird
Diesterweg, Ausgew. Schriften. 2. Aust. II. 18