Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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e. Es erzeugt in schwachen Charakteren Lauheit, Gleich-gültigkeit, religiösen Jndifferentismus, Materialismus.

cl. Es^ist ein Erzeugnis des Mangels an Vertrauen zurWahrheit.

W Damit bin ich fertig. Wenn Sie was aber schon eineandere Sache ist, die zur freien Diskussion der vorhergehendenSätze nicht mehr gehört, sondern sie leicht alteriert fragensollten, was ich für den Jugend-, d. h. Schulunterricht, an dieStelle des konfessionellen Unterrichts setze, so antworte ich: Allesdas, was das. religiös-sittliche Leben begründet.Dieses! ist nicht abhängig von bestimmt-konfessionellemLehrinhalt ein Satz, welchen die Geschichte erweiset; er istkein Dogma, sondern eine Thatsache.

9. Giebt es unveränderliche Wahrheiten?

Wenn ein großer (d. h. ein innerlich großer) Mann denAusspruch thut:Nichts ist so drängend als der Wechsel", so istdas zwar kein unerhörtes, aber doch ein allgemein wahres, folg-lich sehr wichtiges und darum zu beherzigendes Wort; besondersdarum, weil viele es nicht verstehen und an Unveränder-liches in Natur- und Menschenleben glauben. In beiden Ge-bieten giebt es aber nichts Unveränderliches, nichts Bleibendesals den Wechsel. Der Wortklauber, der Rechthaberische, wirddaraus den Schluß ziehen: Also doch etwas Bleibendesnämlich der Wechsel! So behält derselbe, worum es ihm zuthun ist, dem Worlinhalt nach doch Recht. Es sei! Ich halteden Gedanken fest: Es giebt nichts Unveränderlichesauf Erden.

a. Nicht in der Natur. Alljährlich kehren die Jahres-zeiten in derselben Ordnung wieder, jede Pflnnzcnart erzeugt nurihre Art, Tier- und Menschengeschlechter haben bleibenden Be-stand. Wer damit meine Thesis zu widerlegen meint, irrt sich.Denn wer es weiß, daß die Erde nicht still steht, sondern sichmit allen Planeten um die Sonne dreht, daß die Planeten,Kometen rc. immer! andere und andere Stellungen untereinandereinnehmen, folglich jeder ans jeden immer anders und anderswirkt daß die Sonne sich mit allen ihren Angehörigen in dem