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die didaktischen Grundsätze: Man darf der Jugend nichtslehren, was den erwachsenen, gereiften Menschennichts mehr ist. Man soll nichts lehren, was demBewußtsein der kultivierten Menschheit unsererTage widerspricht.
Gegen diese Grundsätze verstößt der Inhalt mancher alt-testamentlichen Geschichte.
Ich fordere Sie auf, Proben anznstellen:
I. Gehen Sie mit dem Bewußtsein, der Denkweise rc. einesgebildeten Menschen der Gegenwart an die alttestamentlichenGeschichten, lassen Sie dieselben unbefangen auf sich wirkenund merken Sie auf den Eindruck, den ihr Inhalt aufSie macht! Ich frage Sie: stoßen Sie nicht vielfach aufAnstößiges, sei es in betreff der gebrauchten Worte undder buchstäblichen Wahrheit, oder dessen, was Sitte undAnstand unserer Zeit, oder selbst was das Sittlichebetrifft?
II. Versuchen Sie es, die alttestamentlichen Geschichten in ihrerwörtlichen Darstellung zum Gegenstand ernstbelehrenderUnterhaltung unter Gebildeten heutiger Zeit zu machen, ingemischter oder ungemischter Gesellschaft, und merken Siedarauf, ob solches, wenn es mehr als katechisicrender Unter-richt und paränetische Ansprache, nämlich freie Unterhaltungohne Verleugnung modernen Bewußtseins sein soll, angeht?
Schon ans diesen Gründen — ich habe aber noch ganz andere— bezweifle ich es, ob es wohlgethan sei, die alttestamentlichen Ge-schichten aussch ließ lich zur Gr und I age des Religi ons-unterrichs (wohl gemerkt!) zu machen. Dieselben sind lehr-reich für den, welcher sie aus historischem Gestchstpunktc be-trachten kann, d. h. für den, der sie ansieht als Geschichten undErzählungen, welche die Art der Entwickelung eines Volkes dar-thun. Auf diesem betrachtenden Standpunkte stehen aber Kindernicht; sie nehmen alles als absolute, buchstäbliche Wahrheit;aber es darf ihnen nichts als solche gelehrt werden, was nichtbuchstäbliche, absolute Wahrheit ist. Zur Grundlage des Religions-unterrichts für die Jugend heutiger Zeit eignen sich die meisten