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auf Achtung Anspruch machenden Manne erwartet man, daß,wenn sich auch seine Meinungen, Ansichten mit dem Fortschrittin der Zeit und in seiner Entwickelung ändern, seine (auf dasGute gerichtete) Gesinnung doch immer dieselbe bleibe.
2. Charakter istdie Bethätigung der Gesinnungoder das praktische Beharren in derselben, ihre Realisierung.
Auch hier giebt es unzählige Stufen von der Nullität an,wo die Gesinnung nichts ist als ohnmächtiges Meinen, bis zureisernen Festigkeit des erprobten Mannes. Wer seine sogenannteGesinnung nicht im Leben geltend zu machen oder dnrchzuführensucht, hat keinen Charakter. Charakter setzt stets einen Grad derentschiedenen Thatkraft voraus oder ist mit ihr identisch. Ge-sinnung ohne Charakter ist nicht ganz wertlos; denn entschiedeneCharaktere können an die Spitze derer, die sie hegen, treten, sieleiten und richten; aber niemals taugt sie zum Führer.
3. Der Begriff Gesinnung setzt stets ein Ziel (das Gute oderBöse), der Charakter ist die formale Kraft, an die Gesinnung ge-setzt, oder im Dienste der Gesinnung oder Willensrichtung.
Die Willensrichtung ist eins mit der Erkennt-nis. (Volnntas st ints11sstn8 sst nnum st icloni. Spinoza.)
Die Erkenntnis bedingt oder entscheidet über die Willens-richtung, wenn auch nicht über die Kraft des Willens oder denCharakter, weil derselbe zum Teil von Naturgaben abhängig ist,wenigstens mehr abhängig als die Erkenntnis. Um die Wahr-heit des gesperrten Satzes anzuerkennen und zuzugeben, muß manErkenntnis nicht verwechseln mit äußerem Wissen, Gehört- undpassiv Angenommenhaben, und Wille nicht gleichsetzen sinnlichemTrieb. Dieser kann dem Wissen widersprechen, nicht aber derwahren, durchdringenden, den Geist fesselnden, sich der übrigenKräfte desselben bemächtigenden, eigentlichen Erkenntnis.
4. Der Satz der vorhergehenden Nummer ist für die Päda-gogik höchst wichtig. Ziehen wir einige seiner Folgerungen:
a. Nur das wahre Wissen oder eigentliches Erkennen, dasBewußtsein um die Wahrheit, fruchtet, giebt demMenschen Richtung und Halt; aber auch zuverlässig.(Natürlich gilt jedes Wissen nur ans seinem Gebiet. Das
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