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mathematische Wissen hat an nnd für sich keinen Ein-fluß ans die ethische Gesinnung rc.)
d. Alles falsche Wissen, jeder Wahn, Aberglaube rc. alteriertdie Gesinnung und verleitet den Willen.
o. Alles Irrationale, d. h. Nichtvorstellbare, Nichterkennbare,Suprarationale ist tot oder null für die Gesinnung. Wasnicht in die Erkenntnis eingeht, geht auch nicht in denWillen ein. Erscheinungen, die diesen Sätzen zu wider-sprechen scheinen, sind eben — Schein.
5. Die Hanptgegenstände, auf welche die Gesinnung desMenschen gerichtet sein kann, sind das Moralische tim weiterenSinne des Wortes, in welchem es das höchste Gut einschließt)nnd das Gesells ch astliche oder Politische. Jeder ist Mensch,und Mensch in bestimmten Verhältnissen oder Bürger. (Außer-dem gehören die meisten auch noch einein bestimmten Stande an,wie z. B. dein Lehrerstand, und sollen als solche auch eine päda-gogische oder Lehrergesinnung haben, wovon aber zunächst hiernicht die Rede ist.)
Wer in betreff des Moralischen sich gleichgültig verhält,hat keine moralische Gesinnung t-^ moralisch böse? siehe oben);wer gegen bürgerliche, im allgemeinen gegen politische Verhält-nisse gleichgültig ist, hat keine politische Gesinnung. In beiderHinsicht giebt es gute und'böse, moralisch- und politisch-gute undmoralisch- und politisch-schlechte Gesinnungen.
Das Moralische ist das Absolute, für alle Menschen aufder Erde eins und dasselbe; daS Politische, also auch das Poli-tischgute oder -schlechte ist von relativer Art, weil abhängigvon geschichtlichen, kulturhistorischen und andern Bedingungenund Standpunkten. Das Absolute ist ihm die gesetzliche Freiheit.Denn nach der Freiheit tendiert und gravitiert die menschlicheNatur, weil sie Vernunft und als solche autonomisch ist. Daspolitische Ziel ist erreicht, wenn alle — Autonomen oder Selbst-beherrscher geworden, d. h. Selbstregenteil nach den der Vernunftentsprechenden Gesetzen.
Das oberste Regulativ ist also die Moral. Wer einemoralisch schlechte Gesinnung hat, hat auch politisch eine schlechte.