XXI.
Aber das Verhältnis der Schule zu der Kircheund umgekehrt.
In der Form von tllssos will ich meine Meinung vortragen:
1. Die Bedingung alles Wirkens auf Erden ist für denMenschen das Dafein, fein Leben. Ohne Existenz kein Denken,kein Fühlen, kein Handel» — nichts. Das Leben ist zwar „derGüter höchstes" nicht, nämlich das Atmen, die nackte, tierischeExistenz nicht; aber das rechte, das naturgemäß eingerichtete undveredelte, die Bedürfnisse des Menschen (sinnliche wie geistige)befriedigende, kurz das menschliche Leben ist unter den Gütern,die der lebendige Mensch besitzen kann, das höchste, weil der In-begriff aller Güter überhaupt. Naturgemäß sucht darum auchder Mensch durch alle möglichen Mittel die bloße Existenz sichzu erhalten, weil ohne sie auch ein menschliches, weil überhauptkein Dasein möglich ist.
2. Der Zweck des Lebens ist dieses menschliche Leben.
3. Der Wert jedes Geschickes, jeder Handlung, jeder Ver-fahrungsweise, jeder Einrichtung rc. hängt von den: Anteil ab,den ein Einzelnes oder ein Ganzes an der Beförderung diesesmenschlichen Lebens hat. Aus diesen: Gesichtspunkte beurteiltjedes Individuum nicht nur sein Schicksal, sein eigenes Thunund Lassen, sondern auch das Thun aller andern und aller Ein-richtungen im Leben. Was das menschliche Dasein fördert, istgut, was es hindert, schlecht. Wer es am meisten fördert, ist