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2 (1890)
Entstehung
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bezeichnet die Zeit und den Ursprung von Preußens Volksschule.Ich weiß, daß ich damit niemand etwas Neues sage; aber wasallgemein bekannt ist, wenigstens sein sollte, wird nicht selten zurUnzeit vergessen oder ignoriert.

Zeller war der Alaun der Reformen, war zum Nieder-reißen, zum Agitieren und zum Anregen schlafender Geister ge-schaffen. Was er schuf und leistete, erregte die Aufmerksamkeitder ersten Männer des Staats, selbst ihrer Majestäten des Königsund der Königin.* Kurz Zeller führte Pestalozzi in Preußen

* Eylert(Charakterzüge rc. aus dem Leben Friedrich Wilhelms IU.)erzählt darüber folgendes:

So wie ihre (der Königin Luise) eigenen, die königlichen Kinder,ihr über alles am Herzen lagen und ihrer Erziehung sie sich ungeteiltwidmete, so wichtig war ihr überhaupt Schule und Unterricht. Damalsmachte die Pestalozzische Lehrmethode großes Aufsehen in Deutschland undfand auch in Königsberg Eingang. Das köstliche BuchLienhard undGertrud, 1781, in 4 Bänden" undWie Gertrud ihre Kinder lehrt", undDas Buch der Mütter, 1803", kannte sie längst, und das Erbarmen undder Mut der Liebe, die in diesen Schriften walten, zogen sie innig an.Pestalozzi, voll Genialität und Tiefe, Kraft, Fülle und Kindlichkeit, infeiner Liebe zum Volke und den Ärmsten darin, in seinem freien Sich-auf-opfern für das Wohl anderer, in seiner Begeisterung und ausharrendenKraft des Wirkens, und das in jener Zeit des Egoismus und der Er-schlaffung, war ein Mann nach ihrem Herzen, und sie hoffte von der all-gemeinen Einführung seiner Lehr- und Erziehungsmethode in alle Stadt-und Landschulen die Regeneration des lebenden Geschlechts und sprach mitwarmer Teilnahme davon. Das Originelle in seinerAnschauungslehre",die alles auf geistige und sinnliche Eindrücke baut, das Kind in der Gesamt-heit aller seiner Kräfte faßt und festhält, dann lückenlos weiter führt undentwickelt, selbständig aus sich selbst heraus, schien ihr naturgemäß und dasallein rechte. Das, was auf diesem Wege durch tüchtige Meister, namentlichin der Fertigkeit des Rechnens, selbst schwerer Exempel, in der Anschauungs-lehre der Zahlenverhältnisse und im Analysieren und Kombinieren auch ab-strakter Begriffe geleistet wurde, trat aus dem bisherigen alten, totenMechanismus der Pädagogik als ein neues Wunder hervor und setzte inErstaunen. Die Königin, und durch sie der König, interessierten sich mitlebhaftem Eifer für die Einführung der pestalozzische» Lehrmethode undbesuchten selbst die Schulen, wo sie geübt wurde. Die Königin verweiltehier oft stundenlang, ließ sich Bericht erstatten von den Schulen, wo sieaufblühte, und erwartete mit Ungeduld die Ankunft des Professors Zeller,eines vorzüglichen Zöglings Pestalozzis, den der König aus dem Württem-