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2 (1890)
Entstehung
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Geiste verdankt die preußische Volksschule zunächst ihr Dasein,und sie, das Kind des umschaffenden Geistes, hat ihrerseits zurAusbreitung des neuen Geistes fortgewirkt. Will man das nichtmehr? bedarf es nicht mehr der Wirkung und Stählung desGeistes? schreibt sich daher die Bekämpfung der neuen Volks-schule? Doch, bleiben wir bei der Historie.

Von unsterblichen Männern, deren Nachlaß noch langeWürze bleiben wird unter so vielem, das morsch und faul ge-worden, und von denen wir nur zwei Häupter, wirkend in ver-schiedenen und doch einheitlichen, weil patriotischen, Richtungennennen: Stein und Fichte, wurde der neue preußische Geistheraufbeschworen. Außer vielem anderen war man der einenÜberzeugung, daß das Volk geweckt, die Glieder der Nation zuLeben und Thätigkeit angeregt werden müßten. Alan dachte undsprach von deutscher Natioualerziehuug durch Übung in Waffen,durch Übungen des Geistes, durch Städteordnungen und Alls-Hebung aller Reste der Leibeigenschaft und durch die Schule.Fichte hatte aus den in der Schweiz längst aufgegangenen Stern,der sich in den Jahren 1808- 10 seinem Meridian näherte, alsdeil wahren Lichtbringer und fundamentalen Geisteswecker Hill-gelviesen und man berief, um den neuen Geist auf das Gebietdes Vaterlandes zu verpflanzen, den mit pestalozzischem Geistegetauften Schulreformator Karl August Zeller aus demSüden nach dem Osten des Vaterlandes, nach Königsberg, wosich 1809 alle Keime der Wiedergeburt ansetzten. Diese Epoche

standen und entwickelt von des großen Kurfürsten Zeiten an, und FriedrichWilhelm III. begann, nach tiefem Falle, die Restauration des Staates beidrückendem Geldmangel, mit der Gründung und reichen Dotierung derUniversität zu Berlin, und kaum mächtig geworden des deutschen Rhein-stromes, war an dessen Ufern die Stiftung einer Hochschule sein erstesWerk. Wo Licht ist, da ist auch Freiheit, Wärme, Leben und Gedeihen.Und welche Hoffnung, welche Weissagung! Schon in seinem dreizehntenJahre nahm Friedrich Wilhelm IV. den sanften und kühnen Zepterder Wissenschaften in seine feste Hand, fortzusetzen und höher zu führen dasgroße Werk unsterblicher Ahnherren, und der erquickende Trost reicherAhnungen erfüllte das Herz des königlichen Vaters und der herrlichenMutter in einer Zeit, wo sie dieses durch keine irdische Macht gefährdetenTrostes am meisten bedurften."