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2 (1890)
Entstehung
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ja die namhaften Männer, welche im letzten Drittel des acht-zehnten Jahrhunderts und im ersten des neunzehnten Jahrhundertsden Umschwung der Zeit, die Fortbildung des Lebens und ganzspeziell die Reform der alten Schule bewirkten, heutzutage vonden Theologen, die sich die rechtgläubigen nennen, mit demSchimpfnamen der Neologen, Aufklärer und Rationalisten ge-brandmarkt. Denn wie lauten die Urteile jener Partei überMänner wie Rousseau, Basedow, vou Rochow, Zedlitzbis zu Diuter und Pestalozzi! Das ist jedermann bekannt.Wir, die wir die moderne Schule im Gegensatz gegen die alteim großen und ganzen aus Überzeugung verteidigen, wissen,was sie redlichen protestantischen Geistlichen verdankt. Aber dierechtgläubige" Kirche der Gegenwart stellt sie als Abtrünnige,als Verwüster des Heiligtums dar. Redliche Katholiken, nachunserer Meinung lauter treffliche auserlesene Männer, stehen ansderselben Seite: Overberg (unter dem Schutze des erleuchtetenvon Fürstend erg), Sailer, von Messend erg, Hergen-röther, Gr-aser u. a. Die Männer verstanden den treiben-den Geist ihrer Zeit, waren mit jenen die Koryphäen des neuenGeistes in den Schulen. Pestalozzi hieß aber mit Recht vor-zugsweise das neue Licht an dem pädagogischen Himmel. Dieneue Tendenz der Schule ging von dem allgemeinen Zeitgeisteaus, die innere pädagogische Wirksamkeit erzeugte Pestalozzi.

Die alte Schule wollte dem Kinde die Mittel darbieten zurSeligkeit im Jenseits; die alte Schule verband in der Über-gangszeit damit den Zweck der Anleitung zu nützlichen Fertig-keiten im Leben; die neue Schule will Menschenbildung*,nichts mehr und nichts weniger, nichts anderes, weil nach ihrerAuffassung der Mensch nichts anderes werden kann und soll alsMensch im umfassenden, erhabenen und begeisternden Sinne desWortes. Dazu soll an der Jugend und in der Jugend derGrund gelegt werden. Dazu wird Bildung gefordert; wer den

* Die mittelalterliche Lebensansicht war die ascetische, die moderne istdie hellenische. Nach jener ist das diesseitige Leben nur ein kleines Bruch-stück, ein Prüfungsort für das eigentliche, jenseitige Dasein: nach dieser istes ein Ganzes für sich.