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neunzehnte Jahrhundert hinein. Die Bildung auf seiten desSchulmeisters bedurfte es dazu nicht, niemand forderte sie,niemand kam auf diesen Gedanken. Der Betrieb eines Hand-werkes erschien sehr wohl vereinbar mit den: Schulhalten, wurdein der Regel von dem, den man zum Schulhalter erkor, ge-fordert, weil das Geschäft seinen Mann nicht ernährte, besondersda nicht, wo keine Kirche war. Die Schulmeister waren zugleichSchuster oder Schneider oder Hirten, im Sommer hüteten siedas Vieh, im Winter hielten sie Schule, wie jener. Nur dieAutorität durfte dem Alaune nicht fehlen, das Zeitalter warroh, die Jugend ungeschlacht; daher sah inan auf Leibesstärkeund Kraft der Disziplin. Noch Friedrich der Große stellteUnteroffiziere als Schulmeister an. Die schlechtesten waren siegewiß nicht. —
Dritte Phase (die neue Zeit). In der bezeichneten Weiseverlief die Geschichte der Schule bis tief in das achtzehnte Jahr-hundert hinein — das Jahrhundert der Aufklärung, in derKulturgeschichte ewig preiswürdigen Andenkens. Wer das negiert,kennt die damaligen Zustände nicht. Wir erinnern nur an dieschon zitierten Hexenprozesse des ganzen siebenzehnten Jahrhundertsbis in das achtzehnte hinein — in protestantischen Ländern!Wir brauchen das achtzehnte Jahrhundert nicht zu charakterisieren,wenige Worte sagen alles: Die Sonne der Aufklärung stieg amHimmel empor — der schreckliche Zustand des furchtbarsten, ent-ehrendsten, haarsträubendsten Aberglaubens schwand, die Wissen-schaften fingen an zu blühen, der große Gedanke der Humanitätzündete in den Köpfen und Herzen, die erhabene Idee einer all-gemein-menschlichen Bildung und zwar aller Stände verbreitetesich. Man (alle Fürsten und Regierungen) dachte an Aufklärung,allgemeine Volkskultur und Volksbildung — die Schule wurdeeine andere — eine Frucht des neuen Geistes der Zeit. Werdiesen vorzugsweise auf Rechnung der Kirche schreibt, kenntdie Geschichte nicht. Wohl haben auch Geistliche redlich dazumitgewirkt, und es soll dieser Ruhm denen, welchen er gebührt,nimmermehr geschmälert werden; aber hauptsächlich ging er vonandern Kräften ans, ja entwickelte sich trotz der Kirche. Werden