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das um jener Zwecke willen gelernt wurde. Das Schreiben- unddas Rechnenkönnen erschienen als nützliche Fertigkeiten. Waswar natürlicher, als dieses, daß man die Anleitung dazn unddie Übung darin dem Manne übertrug, dem die Kinder schon inanderer Beziehung übergeben waren! So übernahm der bis dahinausschließlich für kirchliche Zwecke thätig gewesene Kinderlehrerauch die Anleitung zu weltlichen Fertigkeiten — ich sageFertigkeiten. Für etwas anderes konnte man nach dem all-gemeinen Standpunkte der Kenntnisse und Erkenntnisse das Er-lernen des Schreibens und Rechnens, oder wenn etwa auch schonNotizen aus der Weltkunde hinzukamen, nicht ansehen. DerKinderlehrer, der nun, nach Analogie der Zunftmeister, »eigent-licher Schulmeister wurde, schrieb den Kindern Buchstabenvor, zeigte ihnen Regeln, nach denen man Exempel rechnete* undhandhabte, um jener und dieser Zwecke willen, die Zucht, gemäßdem ganzen Standpunkte der Zeit, mit Rute und Stock. Dieweltlichen Fertigkeiten waren eine Zu- und Beigabe zu deinHauptzwecke, welcher blieb. Die Kirche behielt ihre Stellringgegen die Schule bei; warum auch nicht? Der Geistliche ver-stand ja die äußerlichen Fertigkeiteil des Schreibens und Rechnens,sie wurden »nit den Händen verrichtet; wer nur Augen hatte,konnte sie beurteilen. So wurde der Zweck der Schule allmählichaus einein einfachen ein zwiefacher. Mit der Erziehung für denHimmel oder die ewige Seligkeit verband man die Anleitungzur Brauchbarkeit für irdische Geschäfte, und man stellte derSchule null die Aufgabe: nützliche Glieder der bürgerlichenGesellschaft und selige Erben des Himmels zu erziehen, denGrund zu beiden: zu legen. Aber der letztere Zweck blieb derHauptzweck, der normalmäßige, die Schule in ihrem Wesen diealte. Nicht alle Kinder lernten schreiben und rechnen; nur die,welche extra dafür zahlten. Diese Einrichtung reichte bis in das
* Statt aller Beweise thue man nur einen (lehrreichen) Blick in dasWerk des berühmten (nun gottlob! berüchtigten) Adam Ries: „Rechenungnach der Lenge, aufs den Linihen und Feder, Dazu forteil und Behendig-keit durch die proportiones, Practica genannt. Mit gründlichem (!) unter-richt des visierens. Durch Adam Riesen, im 1550. Jar."