Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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schüft der Schulmeister der Reformationszeit und der nachfolgen-den Zeit. Die Schule sollte in den Kindern den Grund legen,damit die Verstorbenen im Jenseits die ewige Seligkeit ererbenmöchten. Weder mehr noch weniger verlangte und erwarteteman von der Schule des sechzehnten und siebenzehnten Jahr-hunderts. Naturgemäß war die Kirche wie die Stifterin, so diePatronin, Jnspektorin und Mutter dieser Schule. Sie ver-langte von dem Schulmeister die entsprechenden Fertigkeiten:innerlich die Stärke des Glaubens, äußerlich den Grad vonAutorität, der in jenen teilweise noch sehr rohen und schrecklichenZeiten (man denke nur an die Ungeschlachtheit und Roheit imLeben überhaupt, dann an den Ungeheuern Aberglauben, an dieHexenprozesse ihrer Quelle nach Ketzerprozesse, selbst inprotestantischen Ländern, himmelschreienden Angedenkens!) not-wendig war, um die Jugend zu zwingen, jenes äußerliche Wissenunverlierbar mit dem Wort-Gedächtnis aufzunehmen. Einemetwas festen Alaune konnte dieses nicht allzuschwer werden, weildie Autorität der Kirche die seinige war und die Schule als einintegrierender Teil derselben angesehen wurde. Bildung vondem Schullehrer zu fordern, konnte niemand einfallen; sie fehlte,wo nicht der ganzen Zeit, doch den Ständen, aus welchen dieSchulmeister oder vielmehr die Küster genommen wurden. DasKüstergeschäft war das Haupt-, das Schulgeschäft das Neben-geschäft. Non jenem bezog der Schulmeister auch den Hauptteilseines Gehalts; er war wesentlich Küster u. s. w., nebenbeiSchulhalter, Kinderlehrer oderKindermeister", und außerdemtrieb er gewöhnlich noch ein Handwerk. Seine Funktion waraber eine kirchliche, er selbst der unterste Diener der Kirche, erverwaltete ein kirchliches Amt. Dies war die ursprüngliche, istnach dem Zeugnis der Geschichte die alte Verfassung und Stellungder Schule und des Schulhalters. Er bildete Gläubige, keineMens chen.

Zweite Phase (die Übergangszeit). Mit der weiterenEntwickelung des öffentlichen Lebens entstand neben und außerden kirchlichen Zwecken das Bedürfnis, daß die Kinder, weil siesie im Leben brauchten, noch andere Dinge lernten als Lesen,